Feuerwehr muss nach Martinsfeuer 3000 Euro für Asche-Entsorgung zahlen

Ein Martinsfeuer soll es in diesem jahr in Oberlohberg nicht geben.
Ein Martinsfeuer soll es in diesem jahr in Oberlohberg nicht geben.
Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
3000 Euro Entsorgung musste der Löschzug Oberlohberg der Freiwilligen Feuerwehr Dinslaken zahlen, um die Asche des Martinsfeuers in der Müllverbrennungsanlage entsorgen zu dürfen. Die Stadt sagte nur "dumm gelaufen" und lehnte Kostenbeteiligung oder Vermittlung ab. Konsequenz: Das Martinsfeuer im Ort wurde abgesagt.

Dinslaken.. Für die Dorfschule Hiesfeld, die Kindergärten und viele Ortseingesessene in Oberlohberg war es seit rund 30 Jahren stets ein fester Termin. Und die Kinder mit ihren Eltern und Bekannten hatten immer leuchtende Augen, wenn das Martinsfeuer auf dem Hof von Heinrich Hülsemann an der Dickerstraße 156 nach dem Martinszug abgebrannt wurde – ausgerichtet durch den Löschzug 4 der Freiwilligen Feuerwehr Dinslaken. Doch damit ist jetzt Schluss. In Oberlohberg soll kein Martinszug mehr stattfinden.

„Leider ist es aus organisatorischen Gründen nicht möglich, diese Tradition fortzusetzen. Auch für die folgenden Jahre ist kein Martinszug geplant. Wir bitten um Verständnis“, erklärt Schriftführer Max Messerschmidt im Namen der „Kameradinnen und Kameraden des Löschzugs Oberlohberg“ in einer Pressemitteilung.

Freiwillige Feuerwehr wurde für ihr Engagement bestraft

„Es ist traurig, eine solch lange Tradition zugunsten von Halloween aufzugeben. Es tut mir vor allem für die Kinder sehr leid“, sagt Heinrich Hülsemann, Vorsitzender des Heimatvereins Oberlohberg, der seinen Hof für das Martinsfeuer immer gern zur Verfügung gestellt hat. Der ehemalige Löschzugführer (bis 2008), jetzt in der Altersabteilung, kennt die Hintergründe der Absage und kann sie verstehen.

„Die übrig gebliebene Asche wird immer von der Wehr entsorgt, kam bisher auf die Kompostieranlage wie von anderen auch, wurde im letzten Jahr aber nicht mehr angenommen und musste nach Asdonkshof gebracht werden. Dafür erhielt der Löschzug eine Rechnung von 3000 Euro, die er aus eigener Tasche bezahlen musste“, ärgert sich Hülsemann. „Diejenigen, die organisieren, reines Holz sammeln und selbst entsorgen, werden auch noch bestraft.“

Oberlohberger hoffen auf Unterstützung durch die Stadt

Der Oberlohberger wandte sich zwecks Kostenbeteiligung an die Stadt („dort hieß es nur ‘dumm gelaufen’“), versuchte zu vermitteln, suchte sogar das Gespräch mit dem Bürgermeister: „Auf die Antwort warte ich noch immer.“ Vielleicht hat Heinrich Hülsemann Freitagabend mehr Glück.

Zum traditionellen Kartoffelfest ab 19 Uhr auf seinem Hof hat sich auch Bürgermeister Dr. Michael Heidinger angesagt. „Dorfschule und beide Kindergärten sind über die Absage von Martinszug und Feuer zwar schon informiert, aber vielleicht bekommen wir ja die Kuh doch noch vom Eis“, wünscht sich Hülsemann. „An mir soll es nicht liegen, mein Hof steht weiterhin zur Verfügung – auch für kleinere Aktionen zu St. Martin.“ Und er fügt hinzu: „Der Kinder wegen.“