Fast 20 Prozent weniger Ausleihen in Dinslaken

Die neue Selbstverbuchung in der Stadtbibliothek Dinslaken.
Die neue Selbstverbuchung in der Stadtbibliothek Dinslaken.
Foto: WAZ Fotopool
Bilanz 2014: Selbstverbuchung und Haushaltssperre drücken die Zahlen

Dinslaken..  Auf ein ziemlich arbeitsintensives und aufregendes Jahr 2014 kann die Stadtbibliothek zurückblicken. Eine kurze Zusammenfassung der Jahresaktivitäten stellte Bibliotheksleiterin Edith Mendel jetzt vor. Als wohl das Hauptereignis kann man die Umstellung auf Selbstverbuchung in der Bibliothek und die damit einhergehende Umgestaltung im Erdgeschoss bezeichnen.

Innen- und Außenrückgaben stehen für die Leser bereit, letztere wird vor allem an Wochenenden rege genutzt. Für die Ausleihe gibt es ebenfalls drei Verbuchungsmöglichkeiten, an ihnen kann auch das Benutzer- und Gebührenkonto kontrolliert und Fristen verlängert werden. Es treten jedoch immer noch Probleme auf, wenn Leser nicht wie vorgegeben ihre Bücher einzeln zurückgeben, sondern stapelweise. So kommt es vor, dass nicht alle Medien erkannt werden und unverbucht in den Boxen landen, also auch nicht vom Konto „abgebucht“ werden. Oder das Benutzerkonto wird nicht ordnungsgemäß vom Leser geschlossen. Nachfolgende Nutzer werden auf dem Konto des Vorgängers verbucht.

Zwei Monate war die Stadtbibliothek wegen der Umbaumaßnahmen geschlossen, so verwundert es nicht, dass die Ausleihen (554 284) im Vergleich zum Vorjahr (676125) um 18 Prozent zurückgegangen sind. Auch die Haushaltssperre in der zweiten Jahreshälfte, die bedingt, dass Neuerscheinungen aller Medien nicht eingekauft werden konnten, machen die Mitarbeiter für den Rückgang der Medienausleihe verantwortlich.

925 Neuanmeldungen

Dennoch registrierte die Stadtbibliothek 134 807 (Vorjahr: 173 625) Besucher, 925 Neuanmeldungen konnten vorgenommen werden. Gestiegen sind dafür die Nutzungszahlen der Onleihe: 17 335 Mal wurden E-Medien auf mobile Endgeräte heruntergeladen, 17,5 % mehr als im Vorjahr (14 752), Tendenz steigend. Auch die acht Datenbanken erfreuten sich mit 3150 Zugriffen wachsender Beliebtheit. Trotz zweimonatiger Schließung konnten 61 Klassen- und Kitaführungen sowie 225 Vorlese, Spiel- und Bastelaktionen durchgeführt werden.

Während Romane mit einem Anteil von 96 793 Ausleihen recht hoch in der Gunst des Lesers stehen, sei ein ernst zunehmender Rückgangs-Trend im Sachbuchbereich zu verzeichnen. Zwar sind Reiseführer, Koch- und Gartenbildbände, Bewerbungsratgeber, Sprachlernprogramme, medizinische Bücher und Handarbeitsbücher heiß begehrt, doch aktuelle Informationen aus Politik, Wirtschaft, Geschichte und Zeitgeschichte holen sich die Leser anderweitig. Und während die Ausleihe gebührenpflichtiger Filme und CDs ebenfalls rückläufig ist, stehen Konsolenspiele bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen hoch im Kurs.

Doch, so Bibliotheksleiterin Edith Mendel, reichten die finanziellen Mittel nicht aus, um die kleinen und großen Nutzer zufrieden zu stellen. Mittelfristig müsste man sich hier die Frage stellen, wie künftig mit den technischen Entwicklungen umgegangen wird, nicht nur in finanzieller Hinsicht. „Wenn wir von Kindern und Jugendlichen als Ort mit aktuellem Medienangebot ernst genommen werden wollen, wenn wir Eltern die Gewissheit geben wollen, dass hier die Spiele vor der Anschaffung einer Qualitätskontrolle unterzogen werden, müssen wir nicht nur dem Trend folgen, sondern die Entwicklungen schneller wahrnehmen, um eine Entscheidung über eine sinnvolle Integration in unseren Medienbestand schnellstmöglich treffen zu können“, so Edith Mendel. Dazu gehöre die passende Hardware.

Bücherstube Lohberg im Plus

Auch die Medienausleihe (174 974 Ausleihen) in der Kinder- und Jugendbibliothek ging zurück. Dies wird ebenfalls auf die Schließung zurückgeführt. Im Trend sind hier Bücher, zu denen es digitalen Mehrwert in Form einer App gibt. Profitiert von der zweimonatigen Schließung der Hauptstelle hat wohl die Bücherstube Lohberg, denn hier konnte das Ergebnis der Ausleihe (40 130) das des Vorjahres noch toppen. Damit festige sich die Bücherstube nicht nur als Ort der Begegnung, des Spielens und Lernens, hier findet auch der Medienbestand zunehmend seine Leser, meint Edith Mendel. Bewährte Aktionen zur Sprachförderung erreichten auch in 2014 ihre Adressaten in großer Zahl.

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