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Facebook-Fans kämpfen für zu laute Bar "Victor Hugo" in Dinslaken

09.01.2013 | 23:00 Uhr
Facebook-Fans kämpfen für zu laute Bar "Victor Hugo" in Dinslaken
Veranstaltungen mit Verstärkern - wie den Auftritt des Gitarristen Simon - soll es im Victor Hugo nicht mehr geben.Foto: Kempken

Dinslaken.   Das Ordnungsamt in Dinslaken hat ein Bußgeldverfahren gegen das "Victor Hugo" in der City eingeleitet und droht mit einer Verkürzung der Sperrzeit oder notfalls sogar dem Konzessions-Entzug. Mit einem Hilferuf bei Facebook ruft die Bar ihre Besucher auf, die Nachtruhe der Nachbarn zu respektieren.

Mit einem Hilferuf via Facebook wandte sich am Mittwoch das Betreiberteam der Bar „Victor Hugo“ an seine Gäste. Anlass war ein Gespräch mit dem Ordnungsamt am Abend zuvor. Weil sich immer wieder Anwohner über Lärm beschwert haben, hat die Stadt ein Bußgeldverfahren gegen die Betreiber eingeleitet. Sollte sich der Lärmpegel nicht reduzieren, droht eine Sperrzeitverkürzung. Dann müsste das Veranstaltungs-Cafe um 22 Uhr schließen. „Das würde das sofortige Ende des ,Victor Hugo’ bedeuten“, schreiben die Geschäftsführer Marc Schmidtke, Mike Lawniczak und Andreas Hintze auf der Facebook-Seite der Kneipe.

Nur noch vier Gäste dürfen gleichzeitig draußen rauchen

Seit Bestehen der Bar im Herbst 2011 hätten Nachbarn rund 30 Mal die Polizei alarmiert, bestätigt Rathaussprecher Horst Dickhäuser und fügt hinzu: „Auch die Bewohner der Innenstadt haben ein Anrecht auf Nachtruhe zwischen 22 und 6 Uhr.“ Dem will die Bar nun entgegenkommen. Um die Lärmbelästigungen einzudämmen“, heißt es auf der Facebook-Seite des Hugo, habe man sich gegenüber dem Ordnungsamt verpflichtet, sofortige Maßnahmen einzuleiten. Auf Verstärker und Mikrofone wolle man bei Lesungen und Konzerten verzichten, so Mit-Geschäftsführer Marc Schmidtke. Auch sollen höchstens vier Gäste draußen stehen und rauchen. Mit einem Brief hat sich das Team des Victor Hugo außerdem an die Anwohner gewandt.

Das Ordnungsamt bewertet die Maßnahmen laut Horst Dickhäuser als „einen guten Versuch, die Lage zu entspannen“. Die Betreiber bitten ihre Gäste um Verständnis: „Helft uns, das Victor Hugo zu retten und leistet einen Beitrag, indem ihr darauf achtet, den Laden leise zu betreten und wieder zu verlassen, und so wenig Krach wie möglich auf der Straße zu machen.“ Und: „Unsere Idee war es, einen Laden zu schaffen, der Raum für Kreativität aller Art bietet und eine echte Alternative für junge Menschen zu schaffen. Dass uns bürokratische Hürden scheitern lassen könnten, macht uns traurig! Lasst uns dafür Sorge tragen, dass Dinslakens Innenstadt nicht noch weiter verkümmert.“

Große Empörung unter Facebook-Freunden der Bar

Die Empörung unter den knapp 1300 Facebook-Freunden der Bar ist groß. „Wer in eine Innenstadt zieht, sollte nicht damit rechnen, dass man bis an sein Lebensende die Nachtruhe um Punkt 22 Uhr einläuten kann. Wenn man die Entwicklung in den letzten Jahren beobachtet, wundert es nicht, dass viele jüngere Leute nach der Schule oder Ausbildung die Stadt verlassen“, schreibt etwa Julian Weiß. Niren Mahajan schlägt eine Petition vor, Barbara Eg eine Demonstration.

„Als Zugezogene hab ich das Hugo als einen der wenigen Plätze in Dinslaken kennengelernt, an dem man sich ein bisschen ausleben kann, in einer sonst tristen Innenstadt, die kulturmäßig nicht allzu viel zu bieten hat. Es wäre schade, wenn es zu weiteren Konsequenzen führen würde. Also lasst uns alle versuchen, es nicht so weit kommen zu lassen“, ruft Lisa Hensel auf. Und Andreas Joly fürchtet: „So leise es mit allen Bemühungen auch werden mag, es wird sicher nie leise genug sein.“

Wenn die Betreiber das Problem nicht in den Griff bekommen, „wäre auch ein Versagen der Außengastronomie denkbar“, so Dickhäuser - oder im schlimmsten Fall der Entzug der Konzession.

Anja Hasenjürgen



Kommentare
10.01.2013
16:20
Kultur ist nicht an Uhrzeiten gebunden
von Kimundfriends | #5

Kein Anwohner, der in der Altstadt oder altstadtnah wohnt, wünscht Friedhofsruhe. Und nicht jeder, der auch an den 3 „Hochtagen” des Hugo Do-Fr-Sa ab wenigstens 24h nachts schlafen möchte oder muss, ist ein unzufriedener Rentner!
Uns sind 2 Parteien bekannt, die wg. ihrer Kinder und wg. Wochenendarbeit dort ausgezogen sind – unter 30jährige übrigens. Haben selbst schon beim Gang durch die Altstadt spätabends Gruppen laut lärmender Gäste auf der Straße stehen sehen - oder vielmehr schon von weitem gehört. Was nachts auf der Straße grölen mit Kultur zu tun haben soll, erschließt sich nicht. Denn: Kultur ist nicht an Uhrzeiten gebunden und kann auch vor 24 Uhr erlebt werden, und das am besten i m Lokal. Wer dennoch nächtliches Gegröle seiner Gäste vor der Tür seines Lokals nicht ausschließen kann, sollte sich vorher die Standortwahl besser überlegen.
Aus den Kommentaren hier spricht klarer Egoismus und extremes Schubladendenken. Schade eigentlich. Und keine Werbung für das Hugo.

4 Antworten
Facebook-Fans kämpfen für zu laute Bar
von AmyJess | #5-1

Wiegesagt. Wenn man so wohnt, dann "mietet" man das mit.
Mir erschließt sich noch immer nicht, was der Laden damit zu tun hat, was vor seiner Tür passiert.
1. Kann ich mich dann auch vor irgendeinen Laden stellen und Lärm machen. Ist der Besitzer dann dafür verantwortlich?
2. Geben die Gäste an der Tür ihr Hirn ab? Wenn nein, dann sind sie für den Lärm, den sie machen, selbst verantwortlich.

Fazit: Selbst wenn es laut wird, ist dafür ein Platzverweis fällig und keine Anzeige an den Besitzer der Bar. Oder ist das das "Eltern-haften-für-ihre-Kinder"-Prinzip?! Ich dachte immer, Sippenhaft ist in Deutschland abgeschafft...

Facebook-Fans kämpfen für zu laute Bar
von wohlsein | #5-2

Entschuldigung, aber das ist absoluter Blödsinn.
Jederklardenkende Mensch kann nachvollziehen das man ein Recht. Auf Nachtruhe hat, da stimme ich Ihnen zu, jedoch ist der Lärm ja nicht ausschliesslich vom Hugo auszumachen. Wenn lärmende Jugendliche, laute Junggesellenabschiede oder ein schreiender rothaariger Mann auf der Duisburger Straße Nachts rumkrakelen sind das nicht automatisch Gäsre des. Hugos. Klar ist es vor dem Laden gerne mal etwas lauter, jedoch haben die Jungs ganz klar dargestellt, dass in Zukunft dagegen vorgegangen wird.
Und das Dinslaken als Rentnerstadt tituliert wird ist doch klar, wenn sogar die unter 30 jährigen sich über Kneipengeräusche aufregen. Wenn man in die Innenstadt zieht muss es demjenigen klar sein das es nicht so ruhig ist wie beispielsweise im Bruch.
Kultur kann man auch tagsüber machen, das steht fest, jedoch lebt auch ein Ort wie das Hugo garantiert nicht nur von den Veranstaltungen, sondern vom Kneipenbetrieb und der findet nunmal am Wochenende...

Facebook-Fans kämpfen für zu laute Bar
von wohlsein | #5-3

Statt wenn die Leute auf ein Bier oder Cocktail rausgehen.
Es ist schade das den Leuten Egoismus vorgeworfen wird, denn einen Anlaufpunkt für kulturinteressierte Menschen erhalten zu wollen ist kein Egoismus mmn.
Ausserdem hängen am Hugo genauso Jobs und Zukünfte, mindestens ein Featqngestellter muss davon leben. Macht der Laden zu, steht der auf der Straße. Und die Zukunft des Stadtbildes und der öffentlichen Räume für Dinslakener Bürger mitbestimmen zu wollen ist kein Egoismus.
Der Post soll nicht als Angriff gemeint sein, verstehen Sie das bitte nicht falsch, aber versuchen Sie bitte mal sich in die beschriebenen. Lagen zu versetzen, da sind die momentanen Geschehnisse einfach nur frustrierend.

Facebook-Fans kämpfen für zu laute Bar
von tnbt | #5-4

Pöbel ist Kultur. Subkultur.

Lang lebe das VH.

10.01.2013
14:30
Facebook-Fans kämpfen für zu laute Bar
von EdVanGhoul | #4

Irgendwie fühlt man sich dabei an die Dezibel-Auflagen der Stadt Oberhausen für das Open-Air der Turbinenhalle letztes Jahr erinnert.
Leider ist es immer ein Problem, dass gutbetuchte ältere Menschen, in der Regel 60+, Wohnung in den Innenstädten kaufen und sich dann über die Lautstärke beschweren.
Beschwert man sich allerdings dann mal über die Volksmusik, mit der man am Sonntag am 10Uhr mit ca. 40db zwangsbeschallt wird, heisst es immer die Jugend wäre intollerant.

Dinslaken steuert auf das gleiche Problem zu, wie es Duisburg schon hat.
Dort ist ab 20:00 die Innenstadt ausgestorben, tot.
Die einzigen U50er in Duisburg sind Studenten, Schüler, Arbeitnehmer die sonst keinen Job hätten und Arbeitslose.

Ich für meinen Teil halte solch eine Situation für ein Armutszeugnis, welches sich eine Stadt, die von der Industrie lebt, selbst ausstellt.

10.01.2013
13:32
Rockbars unbeliebt?
von rheinruhrlaender | #3

Eine Rock-Bar nach der nächsten wird "still" gelegt aber der nervtötende Schuppen von Delta Duisburg läuft und läuft und keine Verwaltung reagiert gegen die zigfachen Verstösse bis in die frühren Morgenstunden.
Scheinbar bestimmt das Geld den Musikgeschmack der Ämter. Ich hätte lieber bis 1-2 Uhr Nachts Rock, Blues oder sonstwas aber dieses stumpfe Gestampfe aus dem Delta kann sich doch keiner antun, der irgendwie Musikgeschmack hat!

10.01.2013
12:29
„Victor Hugo“ in Nöten
von AmyJess | #2

Sollen sich die Anwohner doch lebendig begraben lassen! Nur auf dem Friedhof herrscht Stille, sollten die vielleicht mal drüber nachdenken.

Ich hasse sowas! Beschweren sich darüber, dass die Jugend ja kein Kulturbewusstsein mehr hat und dann wird der Versuch, sie zurückzubringen, im Keim erstickt. Da möchte man ausrasten!

Wer allergisch gegen Tierhaare ist, arbeitet nicht im Tierheim. Wer keinen Dreck verträgt, sollte nicht im Ruhrgebiet wohnen. Und wer keinen Lärm verträgt, soll entweder an den Stadtrand ziehen oder direkt auf den Friedhof.
Ich glaube nicht, dass es sich bei den Betreibern und Gästen um die berühmten "Rowdies" handelt, die Lärm nur des Lärm Willen machen... immer diese verklemmten Spießbürger, da wird einem schlecht. Geht mal raus in die Welt und betrachtet die Realität, anstatt euch in euren Eiche-Brutal-Wohnzimmern einzuigeln.

10.01.2013
00:49
„Victor Hugo“ in Nöten
von Din-Boy | #1

Wer in eine Innenstadt zieht, sollte nicht damit rechnen, dass man bis an sein Lebensende die Nachtruhe um Punkt 22 Uhr einläuten kann. Genau dieser Meinung bin ich auch. Aber die Rentner in Dinslaken machen der Jugend es schwer, dabei waren diese selber mal Jung. Jetzt haben die Rentner einfach mal Pech.
Aber Herr Horst Dickhäuser ist genau wie in Duisburg der Herr
Peter Greulich einfach von den Bürgern unbeliebt.

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