Es gibt noch viele Fragen

Dinslaken..  Ein positives Fazit ziehen die Caritas-Mitarbeiter aus dem Projekt „Xtrem-is-muß“, das Lohberger Jugendlichen dabei helfen sollte, sich gegen die Verführer des gewaltbereiten Extremismus zu wappnen. Weil das Angebot im Lohberger OT-Heim gut angenommen wurde und durch die Fachleute viele Fragen beantwortet werden konnten, plant der Caritasverband nun ein weiteres Projekt für junge Menschen. Der Titel: „Je suis Muslim“ („Ich bin Muslim“).

„Der Bedarf ist einfach da“, ist Melanie Borowik, Leiterin der OT-Heime der Caritas, überzeugt. 33 junge Leute im Alter zwischen 16 und 25 Jahren - darunter auch einige Frauen - zählten die Verantwortlichen beim vergangenen Projekt, das Ende 2014 im OT-Heim an der Lohbergstraße angeboten wurde. Das ist ein gutes Ergebnis, finden sie, zumal die Termine bis zum Schluss gut besucht waren.

Es gibt bei den Lohberger Jugendlichen offenbar viel Diskussionsbedarf, haben die Caritas-Mitarbeiter festgestellt. „Sie brauchen einen Ansprechpartner“, meint Borowik. Sie spricht die jungen Leute nicht nur im Jugendheim, sondern auch auf der Straße an und lädt sie zur Teilnahme ein. Eine Reihe von Fragen diskutierten die jungen Leute mit Hilfe des Extremismusexperten Ferhat Ciran, zum Beispiel Themen wie Religion und Werte oder auch die Pegida-Demos. Wichtig für Melanie Borowik: „Es gab ganz viel Abgrenzung zum IS und dem Terrorismus“. Die Lohberger wollen nicht mit den gewaltbereiten Extremisten in Verbindung gebracht werden.

Nun soll ein Nachfolgeprojekt gestartet werden. „Je suis Muslim“ wird sich speziell mit der religiösen Identität beschäftigen. „Die Religion“, so Melanie Borowik, „spielt für die Jugendlichen eine große Rolle. Sie ist ein wichtiger Ankerpunkt.“ Aber es gibt auch Verunsicherung. Eine gefestigte religiöse Identität stärkt gegen extremistische Verführer, glaubt sie.

Beim neuen Angebot wird wieder Ferhat Ciran mitwirken, ebenso wie Kemal Aktekin von der Migrationsberatung der Caritas. In dem Projekt, das ein halbes Jahr lang alle zwei Wochen angeboten werden soll, werden Themen wie ein Wertekompass zur Sprache kommen oder ein Glaubensfahrplan, der die verschiedenen Strömungen des Islam behandelt. Dadurch sollen die Jugendlichen sich darüber klar werden, wo sie selber stehen - und wo sie nicht stehen wollen. Auch eine anonyme Fragebox planen die Verantwortlichen, so soll jeder das thematisieren können, was ihn beschäftigt.

Mittel für das Projekt sind bereits beantragt und die Caritas-Mitarbeiter hoffen, dass die nötigen Gelder schnell zur Verfügung stehen und das Projekt im Frühjahr starten kann.