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Eltern kämpfen um Kita-Standort

09.02.2010 | 19:01 Uhr

Dinslaken. Die Kirchengemeinden müssen sparen - und davon betroffen sind auch die hiesigen Kindergärten. Die katholische Kirche plant, sich von drei Einrichtungen zu trennen: Zum Sommer wird das Karl-Leisner-Haus im Averbruch an die Stadt übergeben und von dieser ausgebaut.

Die Einrichtung an der Taubenstraße in Hiesfeld soll 2011 und die in Eppinghoven, Auf der Brey (St. Johannes), voraussichtlich 2012 die Türen schließen. Die Eltern sind von diesen Plänen wenig begeistert. Besonders in Eppinghoven regt sich Widerstand: Der Elternrat des Kindergartens hat sogar ein eigenes Konzept für einen Neubau in Eppinhoven erstellt und sucht nun - nachdem klar ist, dass die Gemeinde St. Vincentius sich nicht beteiligen wird - nach einem Partner zur Verwirklichung des Projekts.

„Der Standort Eppinghoven hat erheblichen Bedarf an Kindergartenplätzen”, hat Dirk Neuhaus vom Elternrat dem Kindergartenbedarfsplan entnommen.

Bedarf im Ortsteil ist groß

Rund 95 Plätze würden nach der Schließung von St. Johannes in Eppinghoven fehlen, dazu käme weiterer Bedarf an U-3-Plätzen. Außerdem, argumentieren die Eltern, sei ein Kindergarten im Ortsteil wichtig für die soziale Infrastruktur und auch nützlich für die katholische Gemeinde. Der Kindergarten Heilig Blut, der an dem Platz der früheren Heilig-Blut-Kirche neu gebaut wird, könne nicht alle Kinder aufnehmen.

Die Eltern sind mit ihren Argumenten an die Kirchengemeinde herangetreten, fühlen sich aber nicht ausreichend wahrgenommen. Ihre Idee war folgende: Auf dem Kirchen-Grundstück des derzeitigen Bolzplatzes soll eine Einrichtung neu gebaut und mit dem Pfarrheim eine Art Gemeindezentrum bilden, in dem Aktionen für Jung und Alt stattfinden könnten. Durch den Neubau ließe sich die Kita auch an die Anforderungen für die U-3-Betreuung anpassen, was mit dem alten Gebäude nicht möglich ist. Über die finanzielle Seite haben die Eltern auch nachgedacht: Die Stadt investiert in den Neubau und übernimmt die laufenden Kosten, die Trägerschaft bleibt jedoch bei der Kirche. Ein solches Modell existiere bereits mit der evangelischen Kirche in Hiesfeld, so die Eltern.

Doch diese Lösung ist laut

Kirchengemeinde St. Vincentius nicht möglich. In einem Schreiben an die Eltern erläutern Pastor Theo van Doornick und Andreas Brosthaus vom Personal- und Kindergartenausschuss im Kirchenvorstand die Gründe: Die durch das Bistum vorgegebenen Rahmenbedingungen für die Gemeinde sehen nur zwei Kindergärten mit sechs Gruppen vor (das sind Heilig Blut und die Kita Brückstraße). Bei rückläufiger Gläubigenzahl gelte „Qualität vor Quantiät”.

Die Entscheidung über den Verkauf oder die Verpachtung von Grundstücken liege einzig und allein beim Bistum. Das vom Bistum mit der Kirchengemeinde abgestimmte Liegenschaftskonzept sehe eine Vermarktung der kirchlichen Grundstücke in Eppinghoven vor (Kirche und Pfarrheim sollen erhalten bleiben), der Erlös komme der Kirchengemeinde zugute.

Gespräch mit Waldorfkindergarten

Wohnungen statt Kindergarten – das Konzept überzeugt die Eltern gar nicht. Sie kritisieren außerdem, dass sie keine Chance erhalten hätten, ihr Konzept vor dem gesamten Kirchenvorstand zu präsentieren und zu diskutieren. „Es ist schade, dass gar nicht versucht wurde, eine gemeinsame Lösung zu finden”, meint Daniela Frenk. Und: Man habe nicht den Eindruck, dass in Münster für den Erhalt der St. Johannes-Kita gekämpft worden sei.

Die Eltern wollen sich aber weiter für eine Kita in Eppinghoven engagieren: Sie suchen nach einem Grundstück und einem Träger, der bereit wäre, den Plan mit ihnen zu verwirklichen. Auch mögliche Sponsoren wollen sie kontaktieren. Ein erstes Gespräch hat es mit dem Vorstand des Waldorfkindergartens gegeben.

Der überlegt nämlich gemeinsam mit dem Vorstand der Waldorfschule, ob ein Neubau der Kita (sie befindet sich derzeit an der Gerhard-Malina-Straße) auf dem Gelände der Waldorfschule sinnvoll sein könnte. „Doch das sind alles nur Überlegungen, es gibt noch keinerlei Entscheidungen”, betont Matthias Moser vom Kindergartenvorstand. Es sei auch möglich, die Kita an ihrem jetzigen Standort auszubauen. Eine Entscheidung soll bis zum Frühsommer fallen.

Dass aber im Bereich Eppinghoven/Hagenbezirk nach der Schließung des St. Johannes-Kindergartens eine Kita fehlt, bestätigt auch Jugendamtsleiter Lothar Muschik. „Es muss eine Alternative gefunden werden.” Eine Überlegung der Stadt geht dahin, eine Fläche auf dem Gelände der ehemaligen Betreuung der Hagenschule zu bebauen.

Der Elternrat St. Johannes hält am Standort Eppinghoven fest und ist sicher, dass viele Eltern ebenso denken. Eine Unterschriften-Aktion gibt da Rückenwind: 524 Bürger haben sich für den Erhalt einer Kita im Viertel ausgesprochen.

Rita Meesters

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