Ellis wunderschöner Weihnachtsbaum

Dinslaken..  Gabriele Gleede wohnt heute in Wuppertal. Mit dem Weihnachtsbaum links im Altarraum der St. Vincentius-Kirche verbindet sie viel: „Mitte der 70er Jahre pflanzten unsere Eltern eine kleine Tanne in unseren Vorgarten in der Gertrudenstraße im Dinslakener Bruch. Sie wurde sehr kräftig, hielt jedem Wind und Wetter stand, diente als Ostereier-Versteck, als Sichtschutz und als Brutplatz für die Vögel. Es schien, als würde sie unser Haus stets behüten.

2008 hatten unsere Brüder die Spitze um zwei Meter gekürzt. Das war kein Leichtes, denn die Tanne war schon fast so hoch wie die Hausspitze. Sie trieb weiter aus, bildete mehrere Spitzen. Zuletzt lebte unsere Mutter Elli allein im Haus. Die Tanne nahm schon recht ausufernde Maße an. Unten wurde sie notdürftig mit einer Gartenschere beschnitten, weil die Zweige schon in die Einfahrt ragten. So bekam sie eine ungewöhnliche Form. Immer, wenn wir unserer Mutter sagten, dass die Tanne weg müsse, sagte sie: ‘Die Tanne bleibt so lange stehen, wie ich lebe!’

2013 verstarb unsere liebe Mutter. Das Haus wurde verkauft, die Tanne hatte dort keine Standmöglichkeit mehr. Dank dem Nachbesitzer und der Stadt Dinslaken wurde die Tanne in der St. Vincentius-Kirche als wunderschön geschmückter Weihnachtsbaum aufgestellt. Sie zeigte sich zum Weihnachtsfest so noch einmal von ihrer schönsten Seite und erfreute viele Menschen in ihrer ganzen Pracht. Als wir Geschwister in der Kirche die Messe besuchten und ‘unseren’ Tannenbaum bewunderten, gingen unsere Herzen auf.

Es rührte uns zutiefst. Auch unserer Mutter hätte das sehr gefallen. In Gedenken an sie und auch an ihre Zwillingsschwester, die am 2.1.2015 verstarb, gab es uns ein herzlich-traurig-wohliges Abschiedsgefühl.“