„Einträchtiger“ Karneval in Spellen

Karnevalssitzung des MGV Eintracht Spellen in der Gaststätte Wessel in Voerde-Spellen.
Karnevalssitzung des MGV Eintracht Spellen in der Gaststätte Wessel in Voerde-Spellen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Unter Aufsicht des Elferrates sowie Prinzessin Marita I. und Ersatzprinz Wolfgang I. feierten die Spellener eine ausgelassene Karnevalssitzung im Haus Wessel

Voerde..  Wenn im Haus Wessel der Lametta blüht, der Männergesangsverein „Eintracht“ in Cowboymontur auftritt und das ganze Dorf jeck ist, dann ist klar, dass Spellen wieder in karnevalistischer Hochstimmung ist. Der Dorfkarneval, der seit 1948 vom MGV unter Mitarbeit vieler lokaler Vereine stattfindet, lässt das urige Haus Wessel alljährlich zu einem Ort närrischer Hochleistungen werden. „Ob Sonne, Schnee oder Regen - Karneval in Spellen ist ein Segen“, eröffnete Peter Anton Becker, 1. Vorsitzender des MGV, die diesjährige Sitzung.

Bevor die ersten Redner die Bütt in Beschlag nehmen durften und das Parkett von den Tänzern gestürmt wurde, gab der MGV einen gesanglichen Einstieg in den heiteren Abend. Passend zum Outfit der MGV-Cowboys schmetterten sie den Karnevalisten „Cowboy und Indianer“ entgegen. Da sangen dann auch schon die ersten Piraten, Hexen, Scheiche und Clowns euphorisch mit.

Danach übernahm der volltrunkene Engel Werner die Bühne, der über seine weltlichen Erfahrungen im Himmel plauderte. Der abgewrackte Himmelsgesandte gab dem Publikum sogleich auch noch einige wertvolle Weisheiten mit auf den Weg. So zum Beispiel: „Alkohol ist keine Antwort, aber man vergisst die Frage“, oder „Wo früher eine Leber war, ist heute eine Minibar.“ Verdientermaßen wurde für Engel Werner die erste Rakete gezündet.

Weiter ging der jecke Abend mit Tanzeinlagen der Ministoppelhopser - einer Truppe aus circa 15 junger Mädchen, die mit Choreografien zu „Mamma mia!“ oder „Sound of Africa“ den Saal zum Kochen brachten. Als Belohnung für die jungen Tänzerinnen gab es natürlich - wie soll es auch anders sein - eine Portion Kamelle.

Die Spellener konnten sich bei ihrer Sitzung über ganz hohen Besuch freuen: ESC-Gewinner/in Conchita Wurst war zugegen. Zugegebenermaßen wirkte Conchita ein wenig außer Form und singen wollte die Diva auch nicht. Vielmehr lag es ihr am Herzen, sich über Lebensmittel, insbesondere natürlich Wurst zu echauffieren. Conchita wärmte die Pferdefleischlasagne auf und würzte ihre Büttenrede mit allerlei Ausflügen in frivole Geschichten. Bleibt am Ende die Frage: Ist Conchita Wurst vielleicht ein Hans Wurst? Man weiß es nicht.

Nach so viel Nachdenken war es dann wieder Zeit für etwas mehr Akrobatik und Tanz. Neben der Showtanzgruppe Sweet Melodies und dem standesgemäßen Auftritt der Männerballetttänzer rundeten weitere Künstler wie die Eintrachtbarden Heinz & Thomas und die Computerfrau Beate Hemmers das Programm ab. Musikalisch gab es von der kfd und dem Spielmannszug Spellen noch ordentlich was für die Ohren.

Seinem Motto „Karneval in Spellen ist heiter und bunt! Mit der Eintracht geht’s im Saale rund!“ wurden die Karnevalisten mehr als gerecht, oder wie der trunkene Engel Werner es sagte: „Wenn wir noch gehen können, gehen wir nicht.“