Eine verstörende Fallstudie

Dinslaken..  Alles ist perfekt; Endlich kann Arthur Birling die Verlobung seiner Tochter Sheila mit Gerald Croft – und damit den Zusammenschluss der bislang konkurrierenden Firmen Birling und Croft – feiern. In die Idylle kapitalistischer Zukunftsfantasien platzt jedoch ein Polizei-Inspektor, der die Anwesenden mit dem Selbstmord eines unbekannten Mädchens konfrontiert.

„Ein Inspektor kommt“, so beginnt das Krimidrama von John B. Priestley, dessen Neuinszenierung am Freitag, 23. Januar, um 20 Uhr in der Kathrin-Türks-Halle Premiere feiert. Und so lautet sein Titel. Joachim von Burchard führt zum ersten Mal Regie bei der Burghofbühne. Als künstlerischer Leiter des jungen Schauspiels am Deutschen Theater in Göttingen inszenierte er zwischen 2008 und 2014 zahlreiche Uraufführungen wie „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ von Thomas Mann, Kafkas „Verwandlung“, Oscar Wildes „Salomé“ oder auch „Der kleine Prinz“. Die Rolle des Inspektors übernimmt Christoph Türkay. Nina Tomczak war zuletzt in „Schmetterlinge sind frei“ zu sehen. Neben dem Stammensemble des Landestheaters gibt es auch ein Wiedersehen mit Anton Schieffer. Er übernimmt die Rolle des Arthur Birling.

Für diesen wie für seine gesamte Familie ist klar, dass keiner von ihnen für das Schicksal des Mädchens verantwortlich ist. Der Inspektor lässt jedoch nicht locker und zieht die Schlinge um die Familie immer weiter zu. Ist dies das Jüngste Gericht – oder alles nur ein Missverständnis?

1945 geschrieben, ist Priestleys berühmtestes Stück auch heute noch eine verstörende Fallstudie über die Folgen menschlichen Handelns.

Karten sind für 16 Euro beim Fachdienst Kultur bzw. zzgl. einem Euro Verkaufsgebühr im Dinslakener Pressehaus, Friedrich-Ebert-Straße 40, erhältlich. An der Abendkasse kosten sie 19 Euro.