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Eine Stadt fördert die Toleranz

22.05.2012 | 23:00 Uhr
Eine Stadt fördert die Toleranz
WÖRTER SPRECHEN - ein Kunstprojekt von Schülern des Berufs-Kolleg Dinslaken zum Thema Toleranz. Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Dinslaken kämpft gegen Rechts - und alle machen mit.

„Toleranz fördern geht jeden an.“ Holger Mrosek wandelt von Berufs wegen auf den Spuren von Rechtsextremismus und Intoleranz. Dazu mischt er sich nur allzu gern unters Volk, schaut ihm sozusagen „aufs Maul“, hört hin, fragt nach. Wie tolerant sind die Menschen, vor allem die Jugendlichen in Dinslaken wirklich wenn es um Migranten, Behinderte, Homosexuelle geht, um Minderheiten und um Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben wie Obdachlose und Hartz IV-Empfänger. „Manche Antworten erschüttern mich“, erzählt der Diplom-Sozialwissenschaftler und Mitarbeiter der Stadt Dinslaken. Dennoch – nur zwei Prozent rechte Tendenzen gebe es in Dinslaken. Zwei Prozent zu viel, meint Mrosek.

Doch Dinslaken, da ist er sicher, wird eines Tages ganz „rechtsfrei“ sein. Immerhin schaffte er es, 9000 Euro Fördergelder für die Kampagne „Toleranz fördern – Kompetenzen stärken“ vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu bekommen. 5000 Euro wurde noch im Nachhinein bewilligt, die fließen jetzt in den Aufbau einer professionellen Homepage.

Im Laufe der vergangenen Wochen hatten Vereine und Institutionen Zeit, sich toleranzfördernde Projekte zu überlegen und sich damit zu bewerben. Über 20 reichten ihre Vorschläge vor, 14 wurden nun durch einen Begleitausschuss ausgewählt und erhielten in der vergangenen Woche in einkleinen Feierstunde die Zuwendungsbescheide über „ihre Fördermittel“, jeweils zwischen 6000 und 11000 Euro. „Ich bin begeistert von der großen Resonanz“, so auch Bürgermeister Michael Heidinger. Ihm sei es wichtig, Flagge zu zeigen und Dinslaken zu einer toleranten Stadt zu machen auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen.

Vom VfB Lohberg über den türkisch-islamischen Kulturverein, Diyanet-Moschee, der Caritas, dem Chor Haste Töne sind Preisträger vertreten. Ebenso zahlreich sind die Ideen der einzelnen Vereine und Institutionen. Da gibt es den „Interkulturellen Familiensommer“, erlebt man künstlerisch seine Stadtteilgeschichte und die Geschichte seiner eigenen Identität beim „Abenteuer Lohberg“, zeigt der Kinderschutzbund die „Vielfalt der Stadt“ unterschiedlichen Jugendlichen auf, sensibilisiert der VfB seine Trainer gegen Rechts, spielen 40 Vereine nach einer Art „Spiel ohne Grenzen“ gegeneinander, gibt es Musicals, Geocaching auf den Spuren jüdischen Lebens, Tanz- und Gesangsprojekte. Das Berufskolleg entwickelte unter anderem unter Anleitung des Künstlers Twan Schutten Kunstwörter zum Thema „Toleranz“, die zum Innehalten und Diskutieren anregen.

Nächstes Jahr geht’s weiter

Nicht nur Geld wird überwiesen, der Begleitausschuss, so Mrosek, stehe jedem Verein zur Seite und stellt auf Wunsch Verbindungen zu einem Coach her. Ach ja, und im kommenden Jahr geht es weiter, dann werden neue Projekte auf dem Prüfstand stehen. Übrigens, Sponsoren sind auch herzlich willkommen, lässt Holger Mrosek zum Schluss durchblicken.

Birgit Gargitter



Kommentare
23.05.2012
17:18
Eine Stadt fördert die Toleranz
von nurmalsoamrande | #1

Nur 2 %, naja, glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Ist natürlich alles Auslegungssache, was denn beispielsweise eine rechte Tendenz ausmacht. Bei den "richtig" gestellten (und ausgewerteten) Fragen wird man rechte Tendenzen bis weit ins bürgerliche Lager und in die rechte Sozialdemokratie hinein ausmachen. Dann käme man wohl mit einer 0 rechts neben der 2 nicht mehr hin.

Vielleicht hat man ja auch einfach nur das Wahlergebnis der Offensive Dinslaken hochgerechnet, dann wäre klar, wie man auf die 2 kommt. Diese wirre Truppe um den homophoben Fraktionsvorsitzenden stellt allerdings nur ein schlechtes Abbild "rechter Tendenzen" dar. Nachdenklich stimmt mich, dass es sich um eine Auftragsarbeit handelt, die den Auftraggeber, die Stadt Dinslaken, in ein schönes, weil äußerst tolerantes Licht rückt. Das wirklich Positive ist nicht das Ergebnis, dem ich nicht sonderlich traue, sondern sind die vielen und vielfältigen Initiativen - gerne weiter so!

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