Eine Kirche geht verloren
16.12.2008 | 21:35 Uhr 2008-12-16T21:35:37+0100KONZEPT. Im Sommer 2009 wird das Gebäude im Bezirk Heilig Blut abgerissen, später folgen Pfarrhaus, Pfarrheim und Kindergarten. Ein neuer samt Begegnungsstätte wird an der Hagenstraße gebaut.
DINSLAKEN. Die für Gläubige wohl schlimmste Nachricht: Im Sommer 2009 wird die Heilig Blut-Kirche an der Hagenstraße abgerissen. Profanisierungs-"Feier" ist am 21. Juni. Dies und weitere Einschnitte sieht das neue Liegenschaftskonzept für die Pfarrgemeinde St. Vincentius vor, das gestern Nachmittag der Presse und am Abend auf einer Pfarrversammlung den entsetzten Besuchern in der St. Vincentius-Kirche vorgestellt wurde.
"In den nächsten Monaten wird eine Menge Trauerarbeit zu leisten sein", meinte nicht nur Willi Tenhonsel, stellvertretender Vorsitzender Kirchenvorstand. Seine Betroffenheit machte er am eigenen Beispiel deutlich: Hochzeit und Silberhochzeit in Heilig Blut, Taufe, Kommunion und Firmung der drei Kinder, Goldhochzeit der Schwiegereltern.
Seit über einem Jahr sind die Kirchengemeinde St. Vincentius mit ihren Gremienvertretern, das Bistum Münser und die Stadt Dinslaken über die Eckpunkte eines Liegenschaftskonzeptes zur Zukunft der Kirchengebäude, Kindergärten, Pfarrhäuser und Pfarrheime im Gespräch "Dieses Konzept soll den zukünftigen Erfordernissen der Seelsorge in den drei Filialbereichen Innenstadt, Heilig Blut und Eppinghoven sowie der nachhaltigen Sicherung des Haushaltes Rechnung tragen", erklärte Hans-Karl Bellinghausen vom Kirchenvorstand. Um Geld zu sparen, werden allein die Pfarrheimflächen von derzeit 1800 auf rund 850 Quadratmeter reduziert, von "instandhaltungsintensiven und energetisch veralteten Gebäuden" sowie nicht benötigten Freiflächen wird sich die Gemeinde trennen.
In Eppinghoven wird das derzeit vermietete Pfarrhaus "wegen hohen Reparaturstaus und nicht mehr zeitgemäßer Energiekosten" abgerissen und mit der umliegenden Fläche als Wohngebiet überplant.
Die gesamte Pfarrfläche Heilig Blut wird vollständig überplant. Auf dem Gelände der dann abgerissenen Kirche entsteht ein neuen dreizügiger Kindergarten (Option vierzügig), der den 40 Jahre alten Kindergarten an der Matthias-Claudius-Straße ersetzt. Entsprechend dem Seelsorgekonzept wird neben dem neuen Kindergarten eine 150 Quadratmeter große Begegnungsstätte gebaut, in der Werktagsmessen, Schulgottesdienste sowie Treffen von Gruppen und Vereinen stattfinden können.
Bellinghausen: "Nach Fertigstellung und Bezug des neuen Kindergartens, der Begegnungsstätte und des Johannahauses erfolgt in Heilig Blut der Abriss von Pfarrhaus, Pfarrheim und altem Kindergarten." Ein Investor soll die Fläche für Wohnungen übernehmen.
"Ich unterschätze die Trauer nicht, aber viel wichtiger als Gebäude sind die Menschen darin und drum herum", möchte Theo van Doornick "auf dem Weg alle mitnehmen."
• Von bisher neun Kindergartengruppen in katholischer Trägerschaft wird es bald nur noch sechs geben: je drei im Kindergarten Brückstraße und im neuen an der Hagenstraße. Die Stadt will die Kindergärten in St. Johannes Eppinghoven und im Averbruch übernehmen, vorausgesetzt der Rat stimmt zu.
09:25
Sie haben es auch nicht kapiert. Es geht mir um bauliche Kulturgüter. Eines nach dem anderen wird in Dinslaken durch architektonischen Umweltmüll ersetzt.
Aber wenn es außer mir keiner zu merken scheint, hat die Stadt ihr Kultursiechtum halt verdient.
18:46
Zuzmindest wird das Gelände wenn auch nur in Teilen gemeinnützig genutzt..Ein Pennymarkt wäre wohl übler..
06:24
Wunderbar!
Endlich ein Konzept, das greift!
Endstandstation Belanglosigkeit!
Dinslaken, yes, you can!