Eine große Bühne für lokale Musiker

Dinslaken..  Wenn am letzten Augustwochenende in der Innenstadt die DIN-Tage stattfinden, wird es wieder das SYLS-Festival geben. Die zweitägige Musikveranstaltung feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. SYLS – das steht für „Support Your Local Scene“ („Unterstütze Deine lokale Szene“).

Und genau das wollen die Veranstalter auch: Bands aus der Region eine Bühne geben, damit sie die Gelegenheit haben, ihre Musik vor großem Publikum zu spielen. Im vergangenen Jahr kamen an beiden Tagen rund 6000 Musikfans. „Wir sind echt stolz darauf, dass das Festival inzwischen für viele Besucher zu einer festen Anlaufstelle bei den DIN-Tagen geworden ist. Das Ganze hat als lokale Veranstaltung begonnen und ist inzwischen überregional bekannt geworden“, sagt Martin Baumann (44), Leiter des nd-Jugendheims an der Beethovenstraße.

Seit 15 Jahren arbeitet er in der Einrichtung, seit 13 Jahren leitet er sie. Zusammen mit Jugendlichen aus dem „nd“ kümmert er sich um die Organisation des Festivals. Und da ist viel zu tun. Die Planung der Veranstaltung hat bereits im Frühjahr begonnen: Die Technik muss organisiert werden, die Bühne ebenso – und die Schar von ehrenamtlichen Helfern muss koordiniert werden.

Es geht auch auf ehrenamtliches Engagement zurück, dass es das Festival überhaupt noch gibt: „2005 hatte die Stadt kein Geld, um das alljährliche Konzert während der DIN-Tage zu finanzieren“, blickt Baumann zurück. „Wir wollten nicht, dass es ausfällt, und da wollten wir dann allen zeigen, dass wir auch ohne Hilfe ein Konzert auf die Beine stellen können.“ Die Idee für SYLS war geboren. Und nach erfolgreicher Sponsorensuche konnte es auch stattfinden. Es war eine gelungene Premiere. Inzwischen ist die Stadt wieder mit im Boot. „Das erleichtert uns die Arbeit sehr“, sagt Baumann. Wie bekannt das Festival mit den Jahren geworden ist, zeige sich auch an den Bewerbungen, die Bands in diesem Jahr nach Dinslaken geschickt haben. Sogar eine Gruppe junger Musiker aus Nürnberg hat ein Demo-Tape mit eigenen Songs eingereicht, weil sie auf der SYLS-Bühne spielen wollten. „Das war uns aber zu weit weg“, sagt Baumann. „Der lokale Bezug sollte schon da sein.“ Bei einer Band aus Köln konnten Baumann und Co. ein Auge zudrücken: Dabei es handelt es sich nämlich um junge Leute aus Dinslaken, die inzwischen in die Domstadt gezogen sind. 35 Bands haben sich 2015 beworben. 15 von ihnen können beim SYLS-Festival vor Publikum spielen. Für mehr Auftritte ist schlicht keine Zeit: Die Veranstaltung teilt sich auf zwei Abende auf, jede Gruppe darf 30 Minuten spielen, und zwischen den Auftritten muss mit 15 Minuten Umbauzeit gerechnet werden. „Bei der Auswahl der Bands legen wir Wert darauf, dass wir ein buntes Programm zusammenstellen“, sagt Baumann

Von Heavy Metal bis Hip Hop

.Die Bewerbungen, die bei den SYLS-Veranstaltern eingehen, lassen auch Rückschlüsse auf den aktuellen Musikgeschmack der Jugendlichen zu. „Im vergangenen Jahr hatten wir sehr viele Heavy-Metal-Bands, vor ein paar Jahren waren sehr, sehr viele Hip-Hopper dabei“, sagt Baumann. „In diesem Jahr hat sich keine einzige Hip-Hop-Gruppe beworben.“ Egal, wer sich bewirbt, zwei der 15 Startplätze sind jedes Jahr gesetzt, sagt Baumann: Traditionell spielt immer die Gruppe „Fud’ies“, bei der Menschen mit und ohne Behinderung miteinander Musik machen. Und daran dass „Trustgod Simon“ – eine fünfköpfige Band, die im nd-Jugendzentrum entstanden ist – am letzten Tag den Abschluss macht, führt auch kein Weg vorbei.