Eine ganz eigene Poesie auf der Orgel

Voerde..  Andächtig erklingt der Choral „Vater unser im Himmelreich“ aus Felix Mendelssohn-Bartholdys Sonate d-Moll – ein musikalisches Gebet und gleichzeitig stimmungsvoller Auftakt für das dritte Konzert der fünften Spielzeit des Förderkreises Kirchenmusik in der Pauluskirche am späten Sonntagnachmittag. Gestaltet wurde das Konzert, das mit seinem Programm noch ganz im Zeichen der Weihnachtszeit stand, von Wolfgang Schwering, Domorganist in Xanten.

Auf „In dir ist Freude“ von Johann Sebastian Bach folgte „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Dietrich Buxtehude, das ebenfalls die Freude hörbar machte, aber ohne die typisch barocke Opulenz auskam. Die verspielten Verzierungen ließen den Morgenstern funkeln.

Kontrastreich in seinen Stimmungen gestaltete sich auch das Hauptwerk des Konzertes: Auszüge aus „Die Geburt des Herrn“ von Olivier Messiaen. Besonders reizvoll war das Zusammenspiel von Musik und den im Programm abgedruckten Kommentaren zu den einzelnen Sätzen, die das Hörerlebnis noch intensiver machten.

Zu Beginn von „Die Hirten“ symbolisieren vereinzelt in der Luft hängen bleibende Töne – die beinahe schon expressionistisch klingen – wie die Hirten vorsichtig das Kind in der Krippe bestaunen. Eine kurze Kadenz leitet über in eine heitere Melodie, die von Klarinetten- und Oboenklängen, den Instrumenten der Hirten, dominiert wird.

Geheimnisvoll und mystisch

Durch den sogenannten hinzugefügten Wert, der eine Spezialität Messiaens ist, entfaltet das Stück seine ganz eigene Poesie. Die haben auch die folgenden „Ewigen Ratschlüsse“: Geheimnisvoll und mystisch erklang die Orgel hier.

Heiter und temporeich gestaltete sich das an Bach erinnernde „Die Engel“. Jubilierend reihen sich Töne aneinander, schrauben sich Schwindel erregend in die Höhe. Gleichmäßig und wie in Trance hingegen erklang anschließend „Die Weisen“. Triumphierend erschallte zuletzt „Gott unter uns“ – ein klanggewaltiger Schlussakkord unter ein abwechslungsreiches Konzert.

Als der letzte Ton verklungen war, herrschte einen Moment Stille in der Pauluskirche, bevor anhaltender Applaus den Organisten belohnte.