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Eine Ära bei der Feuerwehr geht zu Ende

30.12.2015 | 23:00 Uhr
Eine Ära bei der Feuerwehr geht zu Ende
Als Ernst Wardemann mit 18 in die Feuerwehr eintrat, gab es bei der Löschgruppe Spellen noch diesen VW „Bulli“.Foto: Privat

Voerde.   Nach fast 30 Jahren an der Spitze der Voerder Einsatzkräfte wechselt Ernst Wardemann mit fast 60morgen in die Alters- und Ehrenabteilung. In Spellen begann seine Zeit bei der Brandschutzeinheit.

Für Ernst Wardemann brechen ruhigere Zeiten an. Zumindest nachts. In Zukunft wird kein Piepser ihn mehr am Durchschlafen hindern. 200 Mal mindestens im Jahr geht das Gerät, wie der Chef der Voerder Feuerwehr aus langjähriger Erfahrung berichtet. Der Piepser ist mit dem 1. Januar 2016 für ihn Geschichte: Mit fast 60 – im Januar feiert er runden Geburtstag – nimmt er seinen Hut als Voerder Wehrführer. Morgen wird ein anderes Duo zunächst kommissarisch seinen und den Platz seines Stellvertreters Bernd Lindenkamp einnehmen, der auch in die Alters- und Ehrenabteilung wechselt. Fast 30 Jahre hat Ernst Wardemann die Geschicke der Voerder Wehr gelenkt.

Mit 18 tritt er in die Feuerwehr ein. Damit folgt er dem Beispiel seines Vaters, der zu jener Zeit die Löschgruppe Spellen leitet. Die große Freude daran, anderen helfen zu können, ist für Ernst Wardemann der Motor, sich auf diesem Feld zu engagieren. Als er zur Feuerwehr kommt, sind die Einheiten noch meilenweit von ihrer heutigen Ausstattung entfernt. Bei der Löschgruppe Spellen etwa bildet ein VW „Bulli“ mit Platz für drei Leute den Fuhrpark. Besser sind damals die Einheiten in Voerde-Mitte und in Friedrichsfeld ausgestattet. „Da gab es deutliche Abstufungen.“

Weil der Vater als Löschgruppenführer im Fall der Fälle erreichbar sein muss, hat die Familie früher als andere schon ein Telefon. Die Sirene betätigt er noch per Knopfdruck, der sich im Keller des Hauses befindet. Aus seiner eigenen frühen aktiven Zeit kann der Sohn berichten, wie der Funk bei der Feuerwehr Einzug hält und älteren Feuerwehrleuten beigebracht werden muss, nicht auf Platt zu kommunizieren, weil es nicht von jedem verstanden wird.

Würdigung in Stadtrad
Die Nachfolger

Während der letzten Sitzung des Stadtrates in diesem Jahr hat Bürgermeister Dirk Haarmann dem langjährigen Voerder Feuerwehrchef Ernst Wardemann und seinem Stellvertreter Bernd Lindenkamp die Entlassungsurkunden überreicht. Beide hätten sich um die Feuerwehr sehr verdient gemacht. Sie hätten für fünf leistungsstarke Löschzüge gesorgt, die stadtweit eine Einheit bildeten. Die Voerder Feuerwehr sei ein sehr gutes und modern aufgestelltes Haus. Mit 180 Kräften liege diese über der Sollstärke. Auch erinnerte Haarmann an die Gründung der Jugendfeuerwehr, die beide initiierten.

Zum 1. Januar 2016 treten Dirk Bosserhoff als Wehrführer und Michael Bruckhausen als sein Stellvertreter deren Nachfolge an – zunächst kommissarisch. Bevor sie ordentlich bestellt werden, müssen sie innerhalb der nächsten zwei Jahre noch Lehrgänge absolvieren.

1987, mit gerade einmal 31 Jahren, übernimmt Ernst Wardemann bei der Feuerwehr Verantwortung. Er wird Löschzugführer in Spellen. Zu dem Zeitpunkt hätte er das noch gar nicht gewollt, doch sein Vater war mit knapp über 50 plötzlich verstorben. „Ich wollte das, was Vater aufgebaut hat, weiter führen“, sagt Ernst Wardemann. Die Spellener Einheit hat da ein eigenes Löschfahrzeug für eine achtköpfige Besatzung und einen Unimog – ein geländegängiges Fahrzeug mit Wassertank, das bei einem Pkw-Brand eingesetzt werden kann.

Die nächste Herausforderung lässt nicht lange auf sich warten. Nur ein Jahr später, mit 32, wird Ernst Wardemann zum neuen Chef der Voerder Feuerwehr gewählt. Seinen Posten als Löschzugführer in Spellen übt er parallel noch weitere elf Jahre aus. Immer war es ihm wichtig zu vermitteln, dass alle Löschzüge gebraucht werden, dass sie alle gleichwertig sind. Regelmäßige Besuche bei den Einheiten waren bis zuletzt für ihn ein Muss. Das oberste Gebot für ihn als Chef: Seine Leute sollten aus den Einsätzen wieder heil heraus kommen. Daher war es Ernst Wardemann auch von Anfang an wichtig, dass seine Mannschaft sich weiterbildete. Jedes Jahr, wenn neue Kräfte dazu kommen, machen diese alle zusammen auf Stadtebene die Grundausbildung. Damit setzt Ernst Wardemann fort, was sein Vorgänger kurz zuvor eingeführt hatte.

Petra Keßler

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2015-12-30 23:00
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