Ein Treffpunkt der Kulturen

Die neue Flüchtlingunterkunft ist fast fertig.
Die neue Flüchtlingunterkunft ist fast fertig.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Türkisch-islamische Gemeinde baut ein Haus für Flüchtlinge - und feierte

Voerde..  Es geht bunt zu auf dem Gelände vor dem Gemeindezentrum der türkisch-islamischen Gemeinde in Friedrichsfeld ganz in der Nähe des Bahnhofs. Bunt sind zum einen die Hüpfburgen, auf denen die Kinder herumtollen und auch die zahlreichen Stände, an denen türkische Spezialitäten auf die Besucher warten. Aber auch das Publikum auf dem Platz vor dem Gemeindezentrum ist bunt gemischt. Hier treffen alteingessesene Einwohner Friedrichsfeld auf Menschen mit Migrationshintergrund, Christen auf Muslime. Und es wird friedlich gefeiert.

„Jedes Jahr kommen mehr deutsche Besucher hierher“, berichtet Gemeindemitglied Hassan Gördü. Zu den Besuchern der türkisch-islamischen Gemeinde werden in naher Zukunft auch Flüchtlinge aus anderen Ländern gehören. Die Gemeinde baut neben ihrem Grundstück eine Unterkunft für Asylbewerber. Von außen sieht das Gebäude schon fast fertig aus und hat mit dem, was man sich gemeinhin unter so einer Unterkunft vorstellt, wenig gemein: Es fügt sich perfekt in die Umgebung ein und könnte auch ein ganz normales Wohngebäude sein. „Wir haben dafür schon sehr viel positiven Zuspruch bekommen“, erzählt Hassan Gördü. Im Juli soll das Gebäude fertig werden. „Wir geben das dann für 20 Jahre an die Stadt Voerde ab und die kümmert sich dann um die Verwaltung“, erklärt Hassan Gördü. Es ist ein ungewöhnlicher Einsatz von der Gemeinde für andere Menschen, die nach Deutschland einreisen.

„Man muss viele Dinge selbst machen. Vor Ort kommt niemand vorbei, der einem hilft“, sagt Hassan Gördü bei einer Führung durch das Gemeindezentrum, das seit 2010 das Herz der türkisch-islamischen Gemeinde in Friedrichsfeld darstellt. Auch das wurde von den 170 Gemeindemitgliedern und ihren Familien finanziert. „Die Spendenbereitschaft für solche Projekte ist bei uns sehr groß“, verrät Hassan Gördü. Dann gibt er den Besuchern Einblicke in die Gebetsabläufe der Gläubigen. Und erklärt das Verhältnis zwischen dem Koran und Christen. So wird Jesus auch im heiligen Buch der Muslime als besonderer Mensch beschrieben. „Wir verehren ihn so sehr, dass viele unserer Kinder seinen arabischen Namen Isa tragen“, erläutert Hassan Gördü

Die Teilnehmer der Führung des Gemeindehauses bekommen Einblick in den Gebetsraum, sowohl in den der Männer, als auch in den der Frauen. „Man soll sich beim Gebet voll auf Gott konzentrieren und sich nicht ablenken lassen. Auch deshalb beten Männer und Frauen getrennt“, erklärt Hassan Gördü. Nach der Führung geht es für die Besucher wieder auf den Platz, wo gemeinsam gefeiert wird. Da essen auch die deutschen Gäste den mit Sahne zur türkischen Flagge gestalteten Erdbeerkuchen.