Ein Studentenleben 1968 in Köln

Endlich, „dat Kenk vonne Prolete“ Ulla Hahn, hat den dritten Teil ihrer Autobiografie herausgebracht. Wer die vorherigen Bücher „Das verborgene Wort“ und „Aufbruch“ mit Interesse las, hat erwartungsvoll auf das neue Werk gewartet und wird nicht enttäuscht: Ihre Protagonistin Hilla Palm ist endlich der Provinz entkommen und lebt jetzt in Köln.

Fasziniert taucht sie in in die Welt der Sprache ein, genießt die Zeit der Studentenbewegung um 1968, die Freiheit des Denkens. Sie studiert Germanistik in Köln und erobert sich in der Großstadt Stück für Stück den Weg ins Leben. In Hugo findet sie ihre große Liebe und die Kraft sich ihrer Vergangenheit zu stellen und die finsteren Erinnerungen zu überwinden. Zwischen Studentendemos, Friedensmärschen sowie unzähligen Referaten und Klausuren fühlt sich Hilla zum ersten Mal glücklich.

Ulla Hahn beschreibt atmosphärisch dicht und sprachlich vollkommen die gesellschaftliche und politische Situation der Bundesrepublik mit den Studentenunruhen nach dem Tod von Benno Ohnesorg. Ulla Hahn verabschiedet sich von Hildegard und Hugo mit deren Verlobung: Na, dann Glückwunsch – und „un lommer jonn“!

Ulla Hahn. Spiel der Zeit. Dt. Verl. Anst. 2014. 24,99 Euro