Ein Projekt, das verbindet

Dinslaken..  Seit 2010 engagieren sich Schüler des Gymnasiums im Gustav-Heinemann-Schulzentrum in dem Projekt „Sprache verbindet“. Das Ganze wurde damals von dem Rotary Club Wesel Dinslaken an die Schule gebracht. Die Jugendlichen helfen Kindern mit Migrationshintergrund, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und lernen dabei selbst etwas – über den Umgang mit Kindern und über das Leben in den Familien mit ausländischen Wurzeln.

In erster Linie geht es darum, das Sprachvermögen von Kindern zu verbessern, damit sie im Schulalltag besser zurechtkommen. Die Übungen vermitteln die Schüler den Kindern auf eine vielfältige, spielerische Weise. Besonders ist zudem, dass die Kinder in ihrer Familie unterrichtet werden.

Um zu lernen, wie genau man mit den Kindern umgeht und wie man ihnen spielerisch die deutsche Sprache näher bringt, besuchen die „Sprach-Scouts“ verschiedene Workshops, die von Fachpersonal geleitet werden. Die meisten „Sprach-Scouts“, also diejenigen, die sich letztendlich mit den Kindern beschäftigen, sind Schüler ab der 10. Stufe.

Und auch einige der Oberstufenschüler des GHZ-Gymnasiums nahmen die Gelegenheit wahr, sich für andere Menschen einzusetzen und besuchten im September letzten Jahres einen Workshop, der sie zu Scouts ausbildete. Sie lernten einige Methoden und sprachförderende Spiele kennen, die sie mit ihrem zukünftigen, meist 4 bis 10-jährigen Kind umsetzen können. Viele bekamen ihre Patenkinder schon nach kurzer Zeit, andere mussten noch etwas warten, doch langsam haben fast alle Scouts ein Patenkind gefunden.

Elise Paul gehört zu den geschulten Scouts und ist schon öfter zu ihrem Patenkind nach Lohberg gefahren. Ihr gefällt die Zusammenarbeit mit ihrem 5-jährigen Mädchen sehr gut und Elise freut sich, ihr beim Verbessern der deutschen Sprache helfen zu können. Sie steht ihrem Patenkind mit Rat und Tat zur Seite und fühlt sich in der Familie erwünscht. „Das Schönste ist, dass die Kleine mich schon jetzt ins Herz geschlossen hat und sich immer freut, wenn ich komme. Das ist ein wirklich schönes Gefühl.“ Dann wird oft von der vergangenen Woche berichtet, gespielt und gepuzzelt – fast immer sind es Spiele, bei denen das Sprechen eine große Rolle spielt. Auch der Spaß kommt nicht zu kurz.

Rebekka Bonacker hat sich ebenfalls lange Zeit in dem Projekt „Sprache verbindet“ engagiert und besuchte regelmäßig ihr Patenmädchen in Lohberg. Für sie war dies eine sehr positive und lehrreiche Erfahrung, denn sie konnte einiges mitnehmen.

Herzliche Atmosphäre

Rebekka lernte viel von einer anderen, ihr bislang unbekannten Kultur kennen und war begeistert von der herzlichen Atmosphäre und der Gastfreundschaft in ihrer Patenfamilie. Auf die Frage, ob sie das Projekt weiterempfehlen würde, hat sie direkt eine Antwort: „Natürlich würde ich es weiterempfehlen, denn ich konnte schon früh Fortschritte bei meinem Patenmädchen erkennen. Ich kann nur sagen, dass es mir großen Spaß gemacht hat und mein Patenkind für mich so etwas wie eine richtige, kleine Freundin geworden ist!“

Somit bewahrheitet sich der Name des Projektes: Sprache verbindet!