Ein nicht ganz unpolitischer Aschermittwoch

Dinslaken..  Zum (un-)politischen Aschermittwoch der Dinslakener CDU begrüßte Stadtverbandsvorsitzender Horst Miltenberger an die 270 Christdemokraten und Weggefährten in der Kathrin-Türks-Halle. Dabei wollte es der Stadtverband zwar nicht zu politisch, aber dennoch bissig angehen lassen, hatte die kabarettistische Entertainerin Simone Fleck eingeladen.

Zunächst aber kam Miltenberger doch in aller Kürze auf drei „Aufreger“ des noch jungen Jahres zu sprechen, um diese aus CDU-Sicht einzuordnen: Wenn auch die Verhaftung des Syrien-Rückkehrers Nils D. für weitere Unruhe gesorgt habe, sei die Situation an sich nicht beunruhigend: „Die Lohberger Brigade gibt es nicht mehr, weil die Mitglieder weg sind, und aufgrund der vielen präventiven Maßnahmen können wir die Situation in Lohberg mittelfristig positiv sehen“, so Miltenberger. Zweitens: Die vom Rat beschlossenen Aufsichtsratsvergütungen hätten sich an den Empfehlungen von renommierten Wirtschaftsprüfern orientiert. Hier von Selbstbedienung zu sprechen, sei „schon weit hergeholt“, so Miltenberger. Er hoffe, dass man nach der geplanten Rücknahme des Beschlusses wieder zur sachlichen Diskussion zurückkehren könne. Und drittens: Die Sparkasse sei weder pleite, noch überschuldet noch habe sie ein Liquiditätsproblem. Das Geldinstitut brauche Geld, um das Eigenkapital aufzustocken und man müsse nun pragmatisch nach Lösungen suchen.

Verschiedene Rollen

Nicht ganz so sachlich ging es dann bei Simone Fleck zu, die Kabarettistin schlüpfte in verschiedene Rollen, hielt der Gesellschaft treffsicher die unterschiedlichen Spiegel vor. Da empfahl die alternde Jungfer ein Lachtraining gegen Faltenbildung und Hängebusen, die Spätgebärende litt unter dem Diktat ihrer Dreifachnamen-Kinder und Oma Walli berichtete über einen Banküberfall zur Rentenaufbesserung, der an zu engen Stützstrümpfen für die Maskierung scheiterte.

Nach der ersten Erkenntnis, dass sie „auch schon schäbigeres Publikum“ gesehen habe, war klar, dass auch die Anwesenden ihren Teil auszuhalten hatten, amüsant ins Programm eingebaut wurden. Und spätestens, als Linke-Fraktionsvorsitzender Gerd Baßfeld als wadenbeißender Hund enttarnt wurde, war klar, dass der Aschermittwoch der CDU doch nicht ganz so unpolitisch war. Auf jeden Fall war er kurzweilig, unterhaltsam und lustig.