Ein nicht alltäglicher Auftrag

Ludger Ebbert aus Wesel plante die Moschee für Möllen.
Ludger Ebbert aus Wesel plante die Moschee für Möllen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Weseler Architekt Ludger Ebbert hat zum ersten Mal einen Moscheebau geplant. Dieser wächst gerade im Voerder Stadtteil Möllen in die Höhe

Voerde/Wesel..  Architekten lieben die Herausforderung, oft auch die Vielfalt. Der Weseler Ludger Ebbert ist so einer. Als er gefragt wurde, ob er eine Moschee planen wolle, sagte er: „Warum nicht“. Derzeit wächst sie in Voerde-Möllen in die Höhe. Früher, in Voerde, habe er „viele sakrale Bauten“ entworfen, sagt der 58-Jährige, der seit zwölf Jahren in Wesel tätig ist. Etwa die evangelische Kirche in Friedrichsfeld. Durch seine Zusammenarbeit mit der Realschule, in deren Kunstunterricht er Architektur einbrachte, bestand der Kontakt zur Stadt Voerde, und als der Türkische Kulturverein an diese mit seinen Moschee-Plänen herantrat, kam der Name Ebbert ins Spiel.

„Die hatten klare Vorstellungen“, sagt er über die folgenden Gespräche mit dem Verein. Sie leiten sich teils aus den Abläufen in der Moschee ab. Der Bau ist im Grundriss fast quadratisch, hat eine Kuppel und einen Turm. Es gibt separate Eingänge für Männer und Frauen, was Ebbert an seine Messdiener-Zeit erinnert, in der er noch die Trennung von Männlein und Weiblein auf den Bänken der katholischen Kirche erlebte.

Ein Vorraum zum Ablegen der Schuhe, Fußwaschräume und Toiletten liegen vor dem Gebetsraum der Männer im Parterre der Moschee. Die Frauen gelangen per Treppe oder Fahrstuhl in ihren Gebetsraum im ersten Obergeschoss. Ähnlich wie ein Gemeindehaus nimmt der nebenan entstehende zweite Bau Versammlungs-, Büro- und Schulungsräume und zudem die Imam-Wohnung auf und wird ein Tonnendach haben. Es wird grün sein - ebenso wie die Kuppel der „Yesil Camii“, der grünen Moschee. Das korrespondiert mit dem benachbarten ev. Kirchengebäude.

Besonders schwierig sei das Projekt nicht, sagt Ebbert. Allein die Kuppel sei eine statische Herausforderung. Sie entsteht im Sauerland, der Bauunternehmer kommt aus Dortmund, ansonsten sind hiesige Handwerker beschäftigt.