„Ein Filetgrundstück wird für die fragwürdige Nutzung von Garagen verschenkt“

Ev. Kirchengemeinde Hiesfeld:.  Befindet sich die Ev. Kirchengemeinde Hiesfeld im Sinkflug? Diese Frage muss man sich stellen, wenn man den Absichtsäußerungen des Presbyteriums aufmerksam folgt.

Die Gemeinde wurde jetzt in einer teilöffentlichen Bauausschusssitzung darüber informiert, was die Gemeindeleitung noch in diesem Jahr an Bauaktivitäten zu tätigen beabsichtigt. Angefangen von der Umgestaltung der Friedhofskapelle für rd. 80 000 Euro über den Neubau von Garagen und Stellplätzen bis zur Dachsanierung des Gemeindehauses an der Kirchstraße.

Summa summarum mehrere hunderttausend Euro sollen in den nächsten Wochen „angefasst“ und aus den Rücklagen und Krediten finanziert werden. Da frag ich mich doch als ehemaliger Baukirchmeister dieser Gemeinde: Wieso Garagen bauen? Wieso die Eile? (...)

Ob es vielleicht daran liegt, dass das kirchliche Finanzsystem umgebaut werden muss? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Muss eine Kirchengemeinde Auto-Stellplätze für die Mitarbeiter der Kindertagesstätte einrichten, obwohl schon mehr als die von der Stadt Dinslaken mit einem Bauantrag geforderten geschaffen wurden? Es wurden lt. Gutachten vom 19.5.2009 6 Garagen für den Neubau des Kindergartens zur Erstellung von Parkplätzen abgebrochen. Warum wurden die 6 Garagen nicht als Ersatzmaßnahme in der Planung und Finanzierung des neuen Kindergartens berücksichtigt? Nun werden 7 Garagen auf das letzte unbebaute Grundstück an der Kirchstraße gebaut und damit wird ein Filetstück und damit auch das Tafelsilber der Gemeinde für die fragwürdige Nutzung von 7 Garagen verschenkt. Vor 3 Jahren hat man für über 36 000 Euro den Gemeindesaal renoviert, obwohl aufgrund der Gebäudestrukturanalyse bekannt war, dass das Dach einschl. der Dachisolierung erneuert werden musste. Warum begann man vor 3 Jahren nicht mit der gesamten Dachsanierung des Gemeindehauses? Das Ergebnis war, dass schon kurze Zeit nach der Renovierung die neue Gemeindesaaldecke Wasserflecken aufwies. Anschließend wurde nur ein Teil des Daches erneuert. Auch hier entstanden unnötige Kosten. Jetzt soll schon wieder dieselbe Decke erneuert werden. Dabei könne man auch gleich für eine bessere Akustik sorgen, war die Antwort.(...)

Das Pfarrhaus an der Kirchstraße steht seit Monaten leer, die Gebäude des alten Kindergartens ebenfalls. Was kommt da noch auf die Gemeinde an unnötigen Überraschungen zu? Nicht alle Gemeinden im Kirchenkreis stehen finanziell so gut da. Sollte man da nicht christlich denken und sein „Brot“ teilen? An die „Flüchtlingsprobleme, die noch weiter auf uns zukommen könnten, will ich gar nicht denken.

Manfred Schmidt, Dinslaken