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Ein eigenes kleines Restaurant

22.01.2015 | 00:12 Uhr

Dinslaken. Menekse und Talip Gergin waren gerade verheiratet, als der gelernte Koch seine Angetraute mit einem romantischen Dinner überraschte. „Der Tisch herrlich gedeckt, Kerzen und die tollsten Speisen“, erinnert sich Menekse Gergin. „Du hast dir den richtigen Mann ausgesucht, habe ich mir gedacht, er ist romantisch veranlagt, kann kochen... Einfach toll, bis ich in die Küche kam.“ Da war’s dann aus mit der Romantik bei all dem benutzten Geschirr. Denn Köche haben nun mal die Angewohnheit, mit viel Geschirr zu hantieren. Ein Grund, warum Menekse Gergin ihren Mann nicht mehr so oft in die heimische Küche lässt.

Und so beschränkt Talip Gergin sein Können eher auf sein Restaurant im Ortsteil Lohberg und bewirtet seine Gäste unterschiedlicher Herkunft mit den verschiedensten exotisch klingenden Speisen. 1999 ist Talip Gergin der Liebe wegen aus der Türkei in den Bergarbeiter-Stadtteil gezogen. Nicht als Kumpel, der gelernte Koch hoffte, auch im fernen Deutschland seinem Traumberuf nachgehen zu können. Immerhin hatte er sowohl in Istanbul als auch in Bodrum und Antalya in zahlreichen Hotels, auf einer Yacht eines extrem reichen Mannes kochen dürfen. Einen weiteren Schliff bekam er während seiner Wehrdienstzeit, als er für die Offiziere kochen musste.

Ehefrau Menekse hingegen ist ein echtes Lohberger Kind, geboren und aufgewachsen in dem Stadtteil, kann sie sich nicht vorstellen „irgendwo anders zu leben“. Selbst im Urlaub in der Türkei habe sie schon nach wenigen Tagen Heimweh. Die Einzelhandelskauffrau und Mutter dreier Sprösslinge unterstützt ihren Mann in der Buchhaltung und dem Schriftverkehr. Es sei nicht immer leicht gewesen, doch „seit 15 Jahren halten wir uns trotz aller Krisensituationen erfolgreich in Lohberg“, erzählt Menekse Gergin. Ursprünglich sei ihr kleines Restaurant ganz auf die Bergarbeiter abgestimmt gewesen, doch kaum hatten sie sich in Lohberg etabliert, schloss die Zeche. Aufgeben kam für die beiden, damals gerade 25 und 28 Jahre alt, nicht in Frage, zu viel hatten sie investiert, einen Kredit aufgenommen. Zudem befand sich Lohberg nach der Zechenschließung im Aufbruch, das Ledigenheim sollte renoviert werden, die Familie zog in das alte Ladenlokal nebenan.

Während Menekse Gergin „nie irgendwo anders leben möchte, denn hier in Lohberg ist es wirklich schön“, fiel es ihrem Mann Talip schon etwas schwerer, sich an Lohberg zu gewöhnen. Viele seiner alten Bekannten nennen in der Türkei ein kleines Hotel, ein Restaurant ihr Eigen, andererseits, sagt er, „ich habe es hier geschafft, habe in Deutschland etwas aufgebaut“.

Birgit Gargitter

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2015-01-22 00:12
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