Ein Dorf hilft einem Dorf

Voerde..  Auch wenn von der Familie glücklicherweise keinem etwas passiert war – wer Raj Subedi in den Tagen nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal getroffen hat, merkte sofort, wie ihn das Schicksal der Menschen in seiner alten Heimat erschüttert hat. Und noch bevor das Ausmaß der Katastrophe überhaupt voll erfasst war, begann er zusammen mit der Werbegemeinschaft Spellen, ein Hilfsprojekt unter dem Motto „Ein Dorf hilft einem Dorf“ auf die Beine zu stellen. Von Ende Mai bis Anfang Juni war er selbst in Nepal, um eine effiziente Hilfe für den Wiederaufbau zu organisieren.

„Wie bereits hier angedacht, wollte ich ein Dorf finden, das von der Größe passt, um mit den gesammelten Spendengeldern einer bestimmten Ortschaft insgesamt wirksam Hilfe leisten zu können“, so der Inhaber des Restaurants „Namaste“. Die Wahl fiel auf den 5000-Einwohner-Ort Kabilash etwa 50 Kilometer vom Epizentrum des ersten Bebens entfernt in der Provinz Chitwan, zu dem neun kleinere Dörfer gehören und in denen 70 Häuser vollständig zerstört sind.

Direkt zu Beginn der Hilfsaktion waren große administrative Hürden zu überwinden, da die nepalesische Regierung privaten Hilfsorganisationen direkte Hilfsmaßnahmen vor Ort – nachdem diese zunächst geduldet wurden – verboten hatte. „Ausschlaggebend für die Erteilung der Erlaubnis war letztlich, dass ich Mitglied in der Organisation der Exilnepalesen (NRNA) bin, die umfangreich mit Projekten in Nepal tätig ist und daher vor Ort bekannt ist“, so Subedi.

Um eine effektive Hilfe zu gewährleisten, wurde mit dem Village Development Committee vereinbart, dass für jedes der zerstörten Objekte aus den Spendengeldern 30 000 Rupien (ca. 300 Euro) zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt stehen damit mit der Hilfe des nepalesischen Staates (15 000 Rupien pro Objekt) genügend Mittel für den Wiederaufbau der Häuser nach erdbebensicheren Baustandards zur Verfügung.

Großen Wert legt Subedi darauf, dass die Auszahlung der Gelder nur nach „Baufortschritt“ erfolgt, kontrolliert von seinen Eltern und weiteren Vertrauenspersonen vor Ort. Damit eingegangene und künftige Spenden ankommen.