Ein „abgeschossener“ Kater und Igel im Zaun

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Die kuriosesten, witzigsten und schrägsten Meldungen aus dem Polizei- und Feuerwehrjahr 2014

Dinlaken/Voerde/Hünxe..  Wenn Polizei oder Feuerwehr ausrücken, ist meist Schluss mit Lustig. Wer wählt schon aus Spaß den Notruf? Und trotzdem gibt es sie: Kuriose, skurrile, witzige Ereignisse im Polizei- und Feuerwehrjahr - Geschichten von schrägen Typen, schusseligen Dieben, Pechvögeln und Glückspilzen. Manche tauchen im Pressebericht auf – andere machen bei den Jahresabschlussfeiern die Runde. Hier sind die kuriosesten Meldungen aus dem Polizei- und Feuerwehrjahr 2014.

Autofahrerin des Jahres ist eine 31-jährige Frau aus Voerde. Sie verpasste – offenbar angetrunken – in einer Wochenend-Nacht im Juni mit ihrem Wagen den Verlauf der Wiesenstraße in Dinslaken, fuhr auf das Gleisbett in Richtung Heinrich-Nottebaum-Straße auf und steckte fest. Polizei und Feuerwehr sperrten die Strecke, bargen das Auto – und stellten den Führerschein auch gleich sicher.

Autofahrer des Jahres ist ein Anwohner der Heerstraße in Dinslaken. Er hatte sich im Vorfeld des Blitzmarathons am Bürgervoting beteiligt und für eine Kontrolle an der Heerstraße gestimmt – in die er dann beim Blitzmarathon direkt selbst fuhr, mit 16 Stundenkilometern zu viel.

Dusseligster Dieb 2014 ist ein 29-jähriger Dinslakener, der direkt vor den Augen von Zivilbeamten der Polizei einen Baumarkt an der Otto-Lilienthal-Straße mit Diebesgut in der Tasche verließ – und dieses dann, ebenfalls vor den Augen der Ermittler, in der Innenstadt verticken wollte. Ähnlich geschickt verhielt sich ein Einbrecher, der mit der Beute im Gepäck im Regionalzug von Dinslaken nach Wesel fuhr – ohne Ticket. Der Schwarzfahrer wehrte sich, als seine Personalien aufgenommen werden sollten, flüchtete, wurde wieder gefasst – und durchsucht. Dabei tauchte das Diebesgut aus Dinslaken auf.

Dusseligster Autofahrer des Jahres ist ein 54-jähriger Dinslakener: Er wurde im April unter Drogen und ohne Führerschein in einem Wagen erwischt, der weder zugelassen noch versichert war, dafür aber gestohlene Kennzeichen hatte.

Pechvogel 2014 war ein 25-jähriger Autofahrer aus Hünxe. Er kollidierte an einem Juni-Abend auf der L1 Richtung Dinslaken mit einem Reh. Das Tier rannte davon, das Auto war beschädigt. Nachdem die Polizei den Unfall aufgenommen hatte, fuhr der 25-Jährige weiter - und erfasste kurz vor der Autobahnunterführung erneut ein Reh – das seinen Verletzungen erlag. „Ein derartiges Pech ist selten“ resümierte die Polizei - und zwar „für Autofahrer und Rehwild.“

Glückspilz des Jahres war eine Katze. Sie lief einer Autofahrerin auf der Wilhelmstraße in Hünxe vor den Wagen. Es rummste – und die Katze war weg. Die Frau hielt an. Die Samtpfote klemmte wohlbehalten, aber schlecht gelaunt hinter der Plastikverkleidung des Kühlergrills. Das stellte die herbeigerufene Feuerwehr Hünxe fest, hob die Verkleidung an – und die Katze stob davon. „Fahrerflucht“, schmunzelt Markus Joosten, Sprecher der Feuerwehr Hünxe.

Der Jeck des Jahres hatte unverschämtes Glück, als er betrunken nach dem Tulpensonntagszug in Voerde über die Bahngleise Richtung Wesel lief – und dabei nicht von einem Zug erfasst sondern von Wartenden am Haltepunkt Friedrichsfeld gesehen wurde. Die Polizei suchte und fand den 25-jährigen Voerder mithilfe eines Hubschraubers samt Wärmebildkamera.

Mindestens ebenso angeheitert war ein Mann, der mit seinem Roller im August einen Unfall auf der Hugo-Müller-Straße baute. Die Polizei maß drei Promille. Einen Führerschein hatte er Mann nicht.

Findling des Jahres waren drei Katzenbabys, die Beamte im September in einem Körbchen vor der Dinslakener Polizeiwache fanden. Die Tierchen wurden dem Tierheim Sandforter Hof übergeben – und warten dort heute noch auf einen neuen Besitzer. „Das sind offenbar Babys einer wilden Katzenmutter“, so Sabine Vetter, Sprecherin der Kreispolizei. Niemand kann die Tiere unbeschadet anfassen – vielleicht, so hofft die Polizei-Sprecherin, könnte ein Bauernhof sie aufnehmen.

Nicht ganz so kratzbürstig, dafür umso stacheliger war ein Igel, der in Friedrichsfeld in einem Zaun feststeckte. Die Feuerwehr rückte an - und machte, was auch der Finder hätte machen können, so der Voerder Feuerwehr-Chef Ernst Wardemann: „Handschuhe an und Igel rausholen.“

Flüchtling des Jahres aber war Kater „Sammy“, der im Juli den ganzen Löschzug Spellen auf Trab hielt. Der Kater saß in einem Waldstück an der Rheinstraße zwischen zwei Baumkronen fest. Die herbeigerufene Feuerwehr konnte „Sammy“ wegen des weichen Untergrunds weder mit einer Drehleiter retten, noch konnte eine normale Leiter angelehnt werden. Also „haben wir ihn abgeschossen“, schmunzelt Feuerwehrchef Ernst Wardemann – mit Wasser freilich. Damit „Sammy“ sich nicht verletzt, fingen die Wehrleute ihn mit einem „Sprungtuch“ aus zwei Bettlaken auf. Der Kater flüchtete – nach Hause.