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Jubiläum

„Du stehst nicht allein“

06.12.2015 | 23:00 Uhr
„Du stehst nicht allein“
25 Jahre Omega Dinslaken im Dachstudio, v.l. Gerlinde Dingerkus (Leiterin Alpha NRW), Inge Kunz, Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, Heiner Klein-Bölting (Vorsitzender), Sven Lütkehaus (Geschäftsführer Paritätischer Gelsenkirchen), Erich Lange (Stellvertretender Vorsitzender DHPV).Foto: Markus Joosten

Dinslaken.   Der Hospizverein Omega e.V. feierte gleich zwei Jubiläen im Dinslakener Dachstudio.

Seit nunmehr 25 Jahren leistet die Omega Regionalgruppe Dinslaken wertvolle Arbeit im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Der Bundesverband feiert dieses Jahr sogar sein 30-jähriges Bestehen. Grund genug also, einen Blick zurückzuwerfen, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und eine Prognose für die Zukunft abzugeben. Die Jubiläen des Vereins, der als erste überregionale Hospizvereinigung in 20 Städten bundesweit aktiv war, wurden im Dachstudio der Stadtbibliothek gefeiert.

In seiner Eröffnungsrede hob Heiner Klein-Bölting, Mitglied im Bundesvorstand und Vorsitzender des Vereins, den unmittelbaren Wert der Arbeit mit den Menschen hervor. Dabei gehe es zum einen darum, „das Gefühl zu vermitteln, du stehst nicht allein“. Zum anderen sei aber auch wichtig, das Ende des Lebens als Teil des Lebens zu verstehen und es als eben dieses so gut wie eben möglich zu gestalten. Die Arbeit des Vereins umfasst die Sterbehilfe an sich, was ein hohes Maß ehrenamtlichen Engagements nach sich zieht, geht aber darüber hinaus, da sich der Verein durch Vorträge und das Einbringen in gesellschaftspolitische Diskurse mit Expertise zu Wort meldet.

Für diesen Pragmatismus fand Bürgermeister Michael Heidinger, der als Schirmherr der Veranstaltung sprach, lobende Worte. Es sei eine Unterstützung, die sich an den spezifischen Bedürfnissen der Menschen orientiere: „Leben und Tod gehören zusammen, das wissen alle. Oder es sollten zumindest alle wissen.“ Zuletzt ist das Thema durch Bundestagsdebatten und erste Gesetzesverabschiedungen wieder mehr in den Fokus gerückt. Durch das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe sieht sich die Palliativmedizin, also eben auch Vereine, die sich die hospizliche Begleitung auf die Fahnen geschrieben haben, gestärkt in ihrer Arbeit.

Doch dem Omega-Verein ging es in den vergangenen 30 Jahren nicht immer gut. Im Jahr 2004 stand man vor der Entscheidung, die Arbeit einzustellen. Man entschied sich für einen Neustart in Gelsenkirchen und ist seitdem Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Andreas Heller, Schirmherr von Omega, konnte an der Feier nicht persönlich teilnehmen, ließ jedoch Grußworte verlesen, die deutlich machten, warum Omega sich weiter engagieren muss. Gerade eine „hedonisierende, konsumierende Gesellschaft reagiert mit Abwehr auf Tod“. Entgegen einer Vereinheitlichung und Standardisierung des Versorgungssystems müsse es möglich sein, durch die Hospizarbeit „einen Raum absichtsloser Gastfreundschaft zu ermöglichen“. Und das soll auch in Zukunft mit Omega möglich sein.

David Knapp

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2015-12-06 23:00
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