Drogenschmuggel: Fall vor Gericht

Dinslaken/Duisburg..  Mit einem Fall von Drogenschmuggel und Drogenhandel, der zwischen den Niederlanden, Dinslaken und Duisburg spielt, muss sich seit gestern das Landgericht Duisburg befassen. Die Anklage wirft einem 31-jährigen Mann aus Duisburg vor, Rauschgift aus den Niederlanden eingeschmuggelt und an Abnehmer in Deutschland weiter verkauft zu haben.

Zwischen Dezember 2013 und April 2014 soll der Angeklagte in mehreren Fällen Drogen aus den Niederlanden nach Duisburg geschmuggelt haben. Insgesamt geht es um rund 27 Kilo Marihuana und knapp drei Kilo Amphetaminöl.

Hauptabnehmer soll ein 25-jähriger Duisburger gewesen sein, der bereits im Januar vom Landgericht zu sechs Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Unter anderem hatte der gelernte Chemikant auch erfolglos versucht, in der Küche seiner Mutter selbst Amphetamin herzustellen. Ein Teil der von dem 31-Jährigen eingeschmuggelten Drogen soll auch an einen Dealer in Dinslaken geliefert worden sein, der inzwischen ebenfalls verurteilt wurde. Teils soll das Rauschgift von dem Duisburger Abnehmer an den Dinslakener verkauft, teils vom Angeklagten selbst geliefert worden sein.

Die Polizei hatte das Treiben der Drogenhändler offenbar schon eine Weile beobachtet. Telefonüberwachungen und abgefangener Chat-Verkehr belegen die kriminellen Kontakte. Dabei sollen der Angeklagte und seine Abnehmer einen Teil des Marihuanas als „Hase“ bezeichnet haben, offenbar abgeleitet vom englischen Begriff „Haze“ für eine bekannte, spät reifende Cannabiszüchtung. Der Verteidiger kündigte eine Einlassung des Angeklagten zur Sache an. Über die Verlesung der Anklageschrift kam das Verfahren gestern allerdings nicht hinaus. Insgesamt sind für den Prozess bis zum 29. April drei weitere Verhandlungstage vorgesehen.