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Drei Minuten, die Leben retten können

30.10.2011 | 17:01 Uhr
Drei Minuten, die Leben retten können
Typisierung in der Aula der Gesamtschule Hünxe: Birgit Schiffmann und Dr. Martin Strothe (re) bereiten die Blutabnahme bei Carmen Fricke vor. Foto: Heinz Kunkel, WAZ FotoPool

Hünxe  Obwohl für den an Leukämie erkrankten Familienvater Uwe bereits ein Stammzellenspender gefunden ist, kamen viele Hünxer zur Typisierungsaktion.

. Hannah Schmidt brauchte nur wenige Minuten. Die Hünxerin ließ sich am Samstag in der Gesamtschule als mögliche Stammzellenspenderin typisieren. Aus dem Internet hatte sie von der Aktion erfahren, die eigentlich für den an Leukämie erkrankten Familienvater Uwe ausgerufen wurde. Er aber hat mittlerweile glücklicherweise einen Spender gefunden (die NRZ berichtete).

Dass sie sich trotzdem typisieren lässt, ist für Hannah Schmidt eine Selbstverständlichkeit: „Das ist ja nur eine Kleinigkeit und tut nicht weh“, sagt sie als sie die Gesamtschule nicht einmal eine Viertelstunde nach Betreten des Gebäudes schon wieder verließ. „Es waren drei Minuten, die ich da gesessen habe.“

Am Eingang gibt sie ihre Einverständniserklärung und ihre persönlichen Daten ab. Die Ausschlusskritierien für eine Typisierung, erklärt der Aktionsleiter der DKMS, Peter Masong, sind Alter (17 bis 55 Jahre), chronische Krankheiten und das Gewicht. Man dürfe nicht weniger als 50 Kilogramm wiegen und keinen Body-Mass-Index von über 40 haben, so Masong.

Dort, wo Hannahs Unterlagen nochmals gegengeprüft wurden, sitzt Chris Donagala als freiwilliger Aktionshelfer. „Hast Du vielleicht Lust außer Körperflüssigkeiten noch andere liquide Mittel zu spenden?“, fragt er und zeigt lachend mit dem Kinn auf eine Spardose. Typisierungen sind teuer, die DKMS ist auch auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Arzthelferin Laura Wolff nimmt Hannah an der nächsten Station Blut ab; genau vier Milliliter. Hannah verzieht nur kurz das Gesicht als die Nadel in die Haut piekt, wenige Sekunden später drückt sie schon ein Wattepad auf die Einstichstelle. Dann gibt sie ihr Blutröhrchen und ihre Einverständniserklärung an der Endkontrolle ab, wo nochmals sicher gestellt wird, dass auch keine Proben vertauscht werden.

In etwa zehn Wochen wird Hannah ihre DKMS-Spenderkarte bekommen. Ihr Blut wird nun zur Typisierung nach New York und Dresden geschickt, dort untersucht und die Gewebemerkmalsstruktur an das Zentrale Knochenmarkspender-Register in Ulm geschickt. Hannahs Daten stehen dann weltweit für sämtliche Suchläufe nach geeigneten Spendern zur Verfügung. Die Chance, dass sie tatsächlich einmal gebeten wird, Stammzellen zu spenden, liegt allerdings bei weniger als einem Prozent, erklärt Masong.

Bis 15 Uhr hatten sich am Samstag 135 mögliche Spender ein paar Tropfen Blut abnehmen lassen, 135 Menschen, die mit wenigen Minuten ihrer Zeit vielleicht einmal ein Leben retten werden.

Florian Bickmeyer

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