Dorfkirche erstrahlt in neuem Glanz

Engagierte Helfer freuen sich über die Fertigstellung.
Engagierte Helfer freuen sich über die Fertigstellung.
Was wir bereits wissen
Erster Gottesdienst am Sonntag im Hiesfelder Gotteshaus nach drei Monaten Restaurierung. Reste von Bemalung aus gotischer Zeit wurden entdeckt

Dinslaken..  Nach fast dreimonatiger Restaurierung der Hiesfelder Dorfkirche feiert die Evangelische Kirchengemeinde Hiesfeld am kommenden Sonntag, 29. März, ihren ersten Gottesdienst im sanierten Gotteshaus, gestaltet von Pfarrerin Ruth Levin und musikalisch begleitet vom Posaunenchor.

Aufgrund von Rissen im Mauerwerk war die Sanierung dringend notwendig geworden. Am 12. Januar 2015, nach dem Neujahrsempfang, wurde die Kirche komplett ausgeräumt und die Orgel musste mit einem Flies und einer Folie geschützt werden um zu verhindern, dass während der Bauarbeiten Dreck und Staub die Orgel verunreinigen. Die Dorfkirche wurde mit einem Baugerüst eingerüstet, damit der Restaurator ohne weitere Hilfsmittel an die Gewölbedecken gelangen konnte. In akribischer Kleinarbeit wurden die Risse verpresst, ausgespachtelt und der gesamte Innenraum mit einem neuen Anstrich versehen.

Unter der Gewölbedecke wurden Reste der Bemalung aus gotischer Zeit (16. Jahrhundert) gefunden. Die steinernen Gewölberippen wurden seinerzeit mit einer rosa Farbe hervorgehoben und darüber lief ein dünner schwarzer Strich. Im späten Barock wurden die Gewölbe dann verputzt, das Material mit gemahlenen Tonziegeln vermengt, wodurch die Feuchtigkeit in der Kirche gut aufgenommen und wieder abgegeben werden konnte. Eine Gewölberippe wurde bei der jetzigen Renovierung mit einem historischen Demostück ausgestattet, so dass der interessierte Besucher persönlich einen Einblick in die verschiedenen Phasen der Gewölbegestaltung nehmen kann.

Im Zuge der Arbeiten wurde auch herausgefunden, dass die Sakristeitür eine Maserung aufweist, die durch den gebürsteten Auftrag von Altbier hervorgerufen wurde, der Restaurator datiert dies auf das frühe 20. Jahrhundert.

Die Sitzbänke und der Fußboden wurden überarbeitet und ein neuer Ambo, der sich optisch am Altar und der Kanzel orientiert, wird seinen Platz im Altarraum finden. Auch das Turmmuseum mit zahlreichen historischen Gegenständen wurde aufgewertet.

Martin Pieper, Vorsitzender des Presbyteriums, bedankt sich bei Restaurator Brodde, Handwerkern, Küster Wilfried Müller und Baukirchmeister Lutz Christofzik, der mit großem persönlichen Einsatz die Sanierungsarbeiten begleitet hat. „Ich freue mich, dass unsere Dorfkirche pünktlich zum Osterfest in neuem Glanz erstrahlt. Sie ist nicht nur das historische Gesicht von Hiesfeld sondern ein Ort der Begegnung zwischen Gott und den Menschen“.

Nach dem Gottesdienst lädt das Presbyterium die Gemeinde ganz herzlich zu Kaffee und Kuchen ins Gemeindehaus Kirchstraße ein.