Dinslakener Stadtgeschichte trifft auf Zukunft

Tag des Museums im Voswinckelshof, Mathilde Kölking und Christel Seydar besuchen die Ausstellung
Tag des Museums im Voswinckelshof, Mathilde Kölking und Christel Seydar besuchen die Ausstellung
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Gestern lud der Voswinckelshof Besucher bei freiem Eintritt und kostenlosen Führungen zur Besichtigung der Ausstellung ein. Historische Exponate werden mit modernen Präsentationsformen verbunden.

Dinslaken..  Dass sie sich den internationalen Tag des Museums ausgesucht haben, um den Voswinckelshof zu besuchen, ist vielen Gästen in der Einrichtung überhaupt nicht klar. „Ich habe nur gelesen, dass heute geöffnet ist. Ich wollte mir die Ausstellung zum Kriegsende in Dinslaken ansehen und da ich berufstätig bin, ist der Sonntag der einzige Tag, an dem ich Zeit dazu habe“, erklärt Mathilde Kölking. Der Besuch im Museum weckt Erinnerungen. „Ich weiß noch, dass ich als Schülerin hier war. Damals war es die historische Küche, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat“, erklärt sie.

Heute ist es die Sonderausstellung zum Kriegsende, die Bilder weckt. „Ich bin Jahrgang 1937. Ich weiß noch, wie die Alarmsirenen gingen, die Bomben fielen und meine Eltern sich schützend über mich warfen“, erklärt Christel Seyda, die Schwägerin von Mathilde Kölking. Die Exponate faszinieren die beiden Besucherinnen. „Ich finde es gut, einen Teil der Stadtgeschichte hier sehen zu können“, sagt Mathilde Kölking.

Auch Gertrud und Hermann Lüdecke sind beeindruckt von den Ausstellungsstücken zum Ende des Zweiten Weltkrieges in der Stadt – und wussten ebenfalls nichts vom Tag des Museums. „Uns hat die Ausstellung hierher geführt“, berichtet Hermann Lüdecke. „Meine Mutter hat immer wieder von den letzten Kriegstagen in Dinslaken erzählt und deshalb interessiere ich mich dafür.“

Ansonsten ist das Ehepaar nicht all zu häufig im Museum zu Gast. „Uns fehlt dazu einfach die Zeit, aber eigentlich sollte man mal öfter herkommen“, sagt Gertrud Lüdecke. Denn sie und ihr Ehemann finden es im Voswinckelshof eigentlich ganz interessant. „Das Museum ist sehr ansprechend und durch den Anbau und die Umbauten ist es noch schöner geworden“, befindet Hermann Lüdecke.

Dabei haben die beiden die neuesten Schmuckstücke in Sachen Ausstellung noch gar nicht gesehen. Die finden sich nämlich im Erdgeschoss des Gebäudes in der neuen Dauerausstellung. Durch diese führt Museumspädagogin Cordula Hamelmann zum ersten Mal Besucher. Und die bekommen einiges zu sehen. „Wir haben bei der Neugestaltung der Dauerausstellung darauf geachtet, moderne Präsentationsformen und neuste Erkenntnisse mit einzubeziehen“, erklärt sie.

So findet sich im Bereich zur Stadtgeschichte neben einem Modell Dinslakens aus den Tagen der Stadtwerdung ein Touchscreen, über den die Besucher sich verschiedene Urkunden aus der Stadtgeschichte samt Übersetzung anzeigen lassen können. Diese werden zeitgleich via Beamer an die Wand geworfen. Schubladen bieten Neugierigen die Möglichkeit, selbst auf Tuchfühlung mit der Historie zu gehen. Ähnlich sieht es auch beim Bereich zum Thema Handwerk aus: Gerätschaften in Schaukästen lassen sich hier ebenso finden wie Klangbeispiele oder durch Lupen lesbare Meisterbriefe.

Dass es beim Museumstag 2015 um Nachhaltigkeit geht, kommt dem Voswinckelshof natürlich entgegen. „Wenn man hier aus den Fernstern schaut, blickt man direkt auf den Färbergarten und die Backstube. Das sind Projekte, die für eine Nachhaltigkeit hier stehen“, erklärt Cordula Hamelmann. Und auch in der eigentlichen Ausstellung findet sich der Gedanke der Nachhaltigkeit wieder. So finden sich Elemente aus der Sonderausstellung zum Schicksal der Dinslakener Juden in neuem Arrangement in der Dauerausstellung wieder. „Wir haben das damals bewusst so konzipiert, dass man sie wieder verwenden kann“, sagt die Museumspädagogin.