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Dinslakener sollte ein Jahr auf Telefon-Anschluss warten

21.03.2013 | 10:00 Uhr
Dinslakener sollte ein Jahr auf Telefon-Anschluss warten
Erst im Sommer 2014 soll das Neubaugebiet an der ehemaligen Gänsewiese von der Deutschen Telekom mit einem Telefonanschluss versorgt werden.Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken.   Michael S. hatte vor einem halben Jahr bei der Deutschen Telekom einen Telefon- und DSL-Anschluss für sein Haus im Neubaugebiet an der ehemaligen Gänsewiese in Dinslaken beantragt. Die Versorgung soll jetzt im Sommer erfolgen. Doch Herr S. benötigt diese nun eigentlich nicht mehr.

Es geht eigentlich nur um einen Telefonanschluss . Gut, DSL , das hätte Michael S. noch gerne dazu gehabt, in seinem neuen Haus, das er im Januar im Neubaugebiet an der ehemaligen Gänsewiese in Dinslaken bezogen hat. Anträge hatten sein Bauträger und auch er selbst bei der Deutschen Telekom bereits im Sommer vergangenen Jahres gestellt. Eine Auftragsbestätigung, die bekam Michael S. noch schriftlich. Danach tat sich nichts mehr. Erst nachdem sich Michael S. durch zig Abteilungen bei der Deutschen Telekom durchfragte, erhielt er die Aussage: „Ob und in welchem Umfang die Deutsche Telekom hier eine Leitungsversorgung vornehme, sei offen.“ Das war Anfang Februar, ein halbes Jahr nach Antragstellung.

Konsequenzen gezogen

Offen ist das nach einer Nachfrage der NRZ bei der Pressestelle des Bonner Unternehmen nun nicht mehr: „Wir möchten uns für die Unannehmlichkeiten entschuldigen. Die Deutsche Telekom wird das Neubaugebiet Dinslaken mit Telefonanschlüssen versorgen“, antwortet Pressesprecher Andre Hofmann.

Man habe sich erst vor kurzem entschlossen, das Neubaugebiet zu versorgen. Der weitere Ausbau sei aber nun geplant und werde in Kürze beginnen. Allerdings seien dazu noch weitere Tiefbauarbeiten notwendig, „so dass wir davon ausgehen, dass Herr S. seinen gewünschten Anschluss Ende Juni erhalten wird“, so Andre Hofmann. Und weiter: „Wir sind nicht mehr verpflichtet, eine Erstanschlussversorgung vorzunehmen, wenn zum Beispiel auch ein Kabelnetzbetreiber das Gebiet erschließt und zugleich Telefonie und Internet anbieten kann“.

Alternative Funk-DSL

Warum es aber ein halbes Jahr gedauert hat, bis sich das Unternehmen entschieden hat, die Neubauten an der Amalienstraße mit Telefon zu versorgen? Das konnte Andre Hofmann nicht erklären. Und auch nicht, warum Michael S. nicht eher eine verlässliche Antwort bekommen hat. Von einer Hotline zur nächsten hat er telefoniert. „Ich hatte mir zunächst auch gar keine Gedanken großartig gemacht, weil im Keller Telefonkabel liegen“, so Michael S. Dass die aber nirgends hin führten, bemerkte er erst, „als wir eingezogen sind".

Er hat die Konsequenzen gezogen „und alle Beauftragungen storniert. Genau wie unser Nachbar habe ich nun einen Funk-DSL-Anschluss der Dinkomm . Innerhalb von zwei Tagen war alles erledigt, einschließlich einer netten Beratung durch die Mitarbeiter“, sagt Michael S. Und das Telefon? „Läuft über Sipgate komplikationsfrei“, sagt Michael S., der nun auch übers Internet plaudert.

Rosali Kurtzbach



Kommentare
21.03.2013
20:30
#4 da werfen sie zwei Sachen durcheinander
von meigustu | #5

die letzte Meile muss die Telekom versorgen, wenn kein anderer Kabelanbieter vorhanden ist.

Das die als privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen ihre gesetzliche Pflicht so unterlaufen ist verständlich, nur es ist eben schlicht verboten die Unternehmensrendite so aufzubessern.

Dies ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das was kommt, wenn die Wasserversorgung privatisiert wird. Dort gibt es dann ein knallhartes privatwirtschaftliches Monopol. Und tubeless Wasser ist nur eine Alternative für den Garten und evt die Toilettenspülung
.

2 Antworten
Nachdenken, evt.?
von vaikl2 | #5-1

Soll also die Telekom jedes Neubaugebiet schnellschnell als Erste komplett verkabeln und damit teure Prozesse der anderen Anbieter riskieren?

Wer es nicht abwarten kann, der soll nicht bauen oder sich nicht hinterher öffentlich beklagen. Es sei denn, man macht mit solchen Artikeln gerne mal nicht gekennzeichnete Werbung für die teilprivatisierte Konkurrenz.

@meigustu
von Jorgel | #5-2

"Dies ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das was kommt, wenn die Wasserversorgung privatisiert wird."

Was wollen sie denn damit sagen? Neubaugebiete werden nicht an die Wasserversorgung angeschlossen, weil private Unternehmen gesetzliche Pflichten unterlaufen?

Stellen sie sich vor, als die heutige Telekom, um die es hier geht, noch zum staatlichen Beamtenapparat namens Bundespost gehörte, weigerte die sich genau so wie in diesem geschilderten Fall oftmals einzelne Häuser oder Neubausiedlungen an ihr Netz anzuschließen. Man musste nur auf dem Land wohnen, um das zu erleben. Die Formel, die man dazu hörte, lautete noch profaner wie in hier, nämlich wenn der Aufwand dazu zu groß ist, können wir den Anschluss leider nicht leisten.

Da interessierte nicht mal, dass es keine Alternative gab - und rechtliche Möglichkeiten dagegen gab es auch nicht. Es war ja schließlich der Staat, der das Sagen hatte.

Und das vergleichen sie mit der Situation der Wasserversorgung, ich glaub es nicht...

21.03.2013
17:03
Dinslakener sollte ein Jahr auf Telefon-Anschluss warten
von notarius | #4

Und wenn die Telekom die Siedlung verkabelt hat, wird sich ein anderer Anbieter genommen.

1 Antwort
Dinslakener sollte ein Jahr auf Telefon-Anschluss warten
von Jorgel | #4-1

Andere Anbieter müssen an die Telekom Miete für deren Leitungen bezahlen. Die Telekom verdient also auch daran. Außerdem wären die Preise bei der Telekom längst nicht so moderat wie heute, wenn sie damals nicht gezwungen worden wäre andere Anbieter zuzulassen. Letztlich profitieren also auch die Telekom-Kunden von der Konkurrenz...

21.03.2013
16:00
akaz | #1
von mKasperski | #3

Nein private und Telekom schließen sich nicht aus. In Dortmund hat die Dokom mehrere Neubaugebiete ans Netz geschlossen

https://www.dokom21.de/Unternehmen/Eigene-Baugebiete/152367,1031,148113,-1.aspx

1 Antwort
Dinslakener sollte ein Jahr auf Telefon-Anschluss warten
von akaz | #3-1

Sie haben es anscheinend nicht verstanden. Wenn die Telekom da ist, schließt das andere Telefonanbieter nicht aus. Aber wo die "Privaten" (übrigens ist die Telekom auch privat) angeblich sind, da braucht die Telekom nach eigenem Verständnis nicht zu sein. Es ist auch für "Private" von hohem Interesse, ein möglichst großes Gebiet zu erschließen wie in Dortmund. Wenn das Gebiet kleiner ist, sieht es schon schlechter aus.

Ein gleiches Theater hat die Telekom auch in Hünxe gemacht. Die fadenscheinigsten und schon fast an Dummheit grenzenden Begründungen wurden vorgetragen, zum Teil sogar falsche, z.B. es würden Kabelrohre fehlen, die aber definitiv vorhanden waren. Von langen Vorbereitungen ganz zu schweigen.
Dann wurden Gewerbegebiete ebenfalls durch andere Unternehmen über Funk erschlossen. Aber da musste sich erst die Verwaltung und die Politik einschalten. Als Einzelperson haben auch Sie ganz schlechte Karten.

21.03.2013
15:53
Dinslakener sollte ein Jahr auf Telefon-Anschluss warten
von mKasperski | #2

Es gibt auch bei Vodafone eine Alternative ohne Kabel. Der Zuhause Anschluss. Da bekommt man ein Gerät in das man die Simkarte einlegt und ein Festnetztelefon anschließen kann. Man hat eine örtliche Festnetz- und eine Funktelefonnummer. Das kostet incl. Festnetzflatrate 10 € im Monat.

2 Antworten
Dinslakener sollte ein Jahr auf Telefon-Anschluss warten
von StylusColor | #2-1

Japp...u. die Verbindung klingt dann manchmal holperig u. blechern.
Und wenn man dann nicht gerade in einem sogenannten Funkloch steht, kommt gar keine Verbindung zustand.
Wer darauf steht.....bitteschön

Dinslakener sollte ein Jahr auf Telefon-Anschluss warten
von AusOberhausen | #2-2

Meiner Freundin hat man so ein Teil angedreht. Sie wird demnächst zur Telekom wechseln. Warum? Weil die Verbindungen - sowohl Internet als auch Telefon - laufend abbrechen. Für so eine "Leistung" sind selbst 10 EUR mehr als zuviel.

21.03.2013
15:37
Dinslakener sollte ein Jahr auf Telefon-Anschluss warten
von akaz | #1

Wie wurden uns die Privatisierung doch verkauft? Für den Bürger sollte alles besser, schneller und billiger werden. Was wurde daraus?
Zitat: „Wir sind nicht mehr verpflichtet, eine Erstanschlussversorgung vorzunehmen,. . . " wenn andere Anbieter vor Ort sind. Gibt es einen solchen Anbieter in der Gänsewiese? Meine Erfahrung, Telekom und Konkurrenz schließen sich aus.
Die Telekom hat sich nur gerührt, weil die NRZ sich einschaltete. Mit dem normalen Kunden sprechen die schon lange nicht mehr, gilt für alle Telefonanbieter.
Ich hätte nicht so lange gewartet. In der Auftragsbestätigung mussten doch Termine genannt sein. Termin verstrichen, Mahnung mit Fristsetzung, dann sofort kündigen. Wie gesagt sind Anrufe auch bei der Telekom mehr als sinnlos, enden bei denen sowieso in der Kloschüssel.
Gott sei Dank hat Herr S. Sichtverbindung zum Funkturm. Jetzt klappt es.

1 Antwort
Dinslakener sollte ein Jahr auf Telefon-Anschluss warten
von Jorgel | #1-1

Ihre Erfahrung trügt. In unserer Siedlung bietet die Telekom VDSL an und hat deswegen umfangreiche Tiefbauarbeiten mit Glasfaserkabeln vorgenommen. Gleichzeitig hat die Wohnungsgesellschaft einen Vertrag mit Unitymedia, so dass die Mieter für den Kabelanschluss nur einen geringen Aufpreis zu den Mietnebenkosten bezahlen müssen. Bei der Telekom gibt VDSL 50 (50 Mbit/s) als maximale Leistung, bei Unitymedia fängt es mit 50 Mbit/s an. Wahlweise gibt´s auch 100 und 150 Mbit/s. Raten sie mal wozu sich die meisten Mieter entschlossen haben...

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