Dinslakener Innenstadt hat keinen echten Weihnachtsmarkt

Der Bürgerweihnachtsmarkt in der Dinslakener Altstadt wurde nach vier Jahren abgesetzt, ein neues Konzept dafür nie erstellt. In diesem Jahr gibt es im Advent 20 Buden in der Neutor-Galerie und an einem Wochenende 25 Buden in der Altstadt. 
Der Bürgerweihnachtsmarkt in der Dinslakener Altstadt wurde nach vier Jahren abgesetzt, ein neues Konzept dafür nie erstellt. In diesem Jahr gibt es im Advent 20 Buden in der Neutor-Galerie und an einem Wochenende 25 Buden in der Altstadt. 
Foto: Olaf Fuhrmann
Was wir bereits wissen
  • Auf dem Platz vor der Neutorgalerie gibt es in diesem Jahr weder Eisbahn noch Buden.
  • Die Stadt Dinslaken fühlte sich zu spät informiert, um eine Alternative auf die Beine zu stellen
  • 20 Buden in der Galerie und ein Wochenend-Adventsmarkt in der Altstadt sollen für Flair sorgen

Dinslaken..  „Von Amateurtheater bis Weihnachtsmarkt: Aufregende Kulturevents von heute vor geschichtsträchtiger Kulisse von gestern.“ So wirbt die Stadt Dinslaken auf ihrer Homepage für sich. Vielleicht sollte der Werbetext kurzfristig umgedichtet werden. Denn einen Weihnachtsmarkt im klassischen Sinn wird es in diesem Jahr in der Innenstadt nicht geben. Der Neutorplatz bleibt leer: Dort wird es weder eine Eisfläche noch einen Weihnachtsmarkt geben, statt dessen einen Budenzauber mit 20 Hütten im Inneren der Galerie. Von diesem Beschluss erfuhr die Stadtverwaltung nach eigenem Bekunden im September – zu knapp, um eine Alternative auf die Beine stellen zu können.

Stadt Dinslaken war „nicht so ganz zufrieden“ mit der Absage

Bei der Stadt Dinslaken war man „nicht so ganz zufrieden“ mit der Absage des Weihnachtsmarkts auf dem Neutorplatz, so der städtische Referent Thomas Pieperhoff.

Dass die Werbegemeinschaft der Neutorgalerie die Kosten für die Eislaufbahn scheue und darauf bedacht sei, die bummelnde Kundschaft in das Center zu locken, dafür habe man natürlich Verständnis. Aber dass die unfrohe Botschaft der Stadt erst im September übermittelt wurde, liege den Verantwortlichen dort „quer im Magen. Denn so hatten wir keine Möglichkeit mehr, ein Alternativprogramm zu organisieren.“ Im übrigen habe die Stadt die Eisfläche vor der Galerie finanziell unterstützt – im ersten Jahr in Höhe der Sondernutzungsgebühr von 12 000 Euro, im zweiten Jahr mit 6000 Euro.

Die Lebenshilfe stellt die Holzhütten

Immerhin konnte Din-Event einen kleinen Adventsmarkt in der Altstadt organisieren: Am 17. und 18. Dezember sollen 25 Buden auf dem Altmarkt, der Eppinghovener und Duisburger Straße für Flair sorgen – und zwar nicht die Zelte, die beim Nikolausmarkt im vergangenen Jahr vielen nicht gefielen – sondern die Holzhütten der Lebenshilfe, die diese der Stadt laut Din-Event-Manager Jörg Springer zur Verfügung stellt. Am liebsten hätte Springer den Markt zeitgleich mit der Weihnachtsausstellung im Voswinckelshof (21. bis 27. November) veranstaltet und den Museumsplatz mit einbezogen. Das sei allerdings nicht möglich gewesen, weil die Lebenshilfe ihre Hütten (26. November) für den eigenen Weihnachtsmarkt benötige.

„Es geht darum, Kaufkraft binden“

Für den Ruf Dinslakens als Einkaufsstadt sei das Ganze nicht förderlich, meint Pieperhoff. Es gehe bei einem Weihnachtsmarkt nicht nur um Atmosphäre, sondern auch darum, Kaufkraft zu binden. Die Kunden erwarten, so meint Pieperhoff, einen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, der nicht nur an einem Wochenende stattfinde. Er fürchtet, dass „viele Kunden Dinslaken als Einkaufsstadt streichen.“ Alle Beteiligten müssten sich im kommenden Jahr zusammensetzen.

Die Eisfläche hat 100 000 Euro gekostet

Dem verschließt sich auch Walter Hellmich, dessen Unternehmensgruppe die Neutor-Galerie gehört, ebenfalls nicht. „Wir sind durchaus bereit, auch künftig etwas zu machen. Allerdings muss man das auf mehrere Schultern verteilen“, so Hellmich. Die Neutor-Galerie habe die Kosten von 100 000 Euro für den Weihnachtsmarkt mit Eisfläche allein getragen. „Das ist nicht zu stemmen“, sagt Hellmich. Auch die flankierenden Maßnahmen der Stadt habe er vermisst, der Weihnachtsmarkt als solcher habe ihm nicht gefallen.

20 Stände bieten Kunsthandwerk in der Galerie

Julian Koch, Junior-Center-Manager der Neutor-Galerie, wehrt sich gegen den Vorwurf, die Stadt erst im September informiert zu haben. Da sei „eher“ gewesen, meint er – wann genau, wisse er nicht. Statt dessen sollen in diesem Jahr vom 27. November bis 23. Dezember 20 Stände mit Kunsthandwerk im Inneren des Einkaufszentrums für weihnachtliche Stimmung sorgen. Dazu gebe es Programm: Plätzchenbacken mit Kindern an den Dienstagen, eine Geschenk-Pack-Aktion am 4. Dezember.

Das Thema „Weihnachtsmarkt auf dem Neutorplatz“ sei nicht generell vom Tisch, verspricht Koch. Man wolle sich im kommenden Jahr mit den Verantwortlichen der Stadt zusammensetzen.