Dinslakener entwickelt Aufkleber, der Leben retten soll

Der Dinslakener Andreas Nick stellt seine Sicherheitskarte fürs Auto vor, auf der Hinweise über das Auto für die Rettungskräfte stehen. V.l.: Andreas Nick, Markus Lengtat, Alexandra Schweer und Bernhard Riedel.
Der Dinslakener Andreas Nick stellt seine Sicherheitskarte fürs Auto vor, auf der Hinweise über das Auto für die Rettungskräfte stehen. V.l.: Andreas Nick, Markus Lengtat, Alexandra Schweer und Bernhard Riedel.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Um Rettungskräften künftig schneller Infos über Unfall-Fahrzeuge liefern zu können, hat ein Dinslakener einen besonderen Aufkleber entwickelt.

Dinslaken.. Dieses Szenario mag sich eigentlich niemand vorstellen: Nach einem Autounfall sind verletzte Personen im Wagen eingeklemmt. Und die Rettungskräfte kommen nicht gleich an die Opfer heran, weil wichtige Informationen über die Karosserie des Fahrzeugs fehlen.

Klingt unwahrscheinlich, kommt aber immer wieder vor auf Deutschlands Straßen. Andreas Nick glaubt, eine Lösung gefunden zu haben. Der Dinslakener wirbt für einen einfachen Aufkleber, der am besten hinter der Windschutzscheibe anzubringen ist. Über den darauf vermerkten Hinweis lässt sich das sogenannte technische Rettungsdatenblatt abrufen, das bei Aktivierung online hinterlegt wurde.

Sollbruchstellen des Autos

Nick benötigt nur wenige Sekunden, um an seinem Smartphone zu demonstrieren, wie einfach die erforderlichen Daten mit der Sicherheitskarte abrufbar sind. „Die Feuerwehr kann quasi schon auf dem Weg zur Unfallstelle alle wichtigen Informationen erhalten. Die steigen aus und wissen sofort, wo geschnitten werden muss“, erklärt der Abteilungsleiter im Gesundheitszentrum Lang.

Der langjährige Notfallmediziner Wolfgang Hammelrath pflichtet ihm bei. Hammelrath hat im Einsatz viele Situationen erlebt, in der die sogenannte „Golden Hour“, die Zeit, in der akutmedizinische Patienten gerettet werden können, zur Neige ging, weil die Retter einfach nicht an die Opfer heran kamen.

„Es gibt heute so viele verschiedene Fahrzeuge. Alle haben andere Sollbruchstellen. Das kann sogar bei einem an sich gleichen Modell variieren“, weiß der Arzt. Eigentlich soll das technische Rettungsdatenblatt hinter der Sonnenblende klemmen, aber Nick und Hammelrath sind überzeugt davon, mit dem Aufkleber bzw. der Hinterlegung der Informationen im Internet eine wesentlich effektivere und praktikablere Lösung gefunden zu haben.

Kosten: 25 Euro

Weitere Innovation

Andreas Nick ist derzeit dabei, in Dinslaken und Umgebung eine „Allianz der Sicherheit“ ins Leben zu rufen. Einige Mitstreiter hat er bereits gefunden: Bei Autozubehör Schweer, der Fahrschule Startklar und BMW Kruft können die sogenannten „safety-e“-Aufkleber für 25 Euro (Laufzeit 99 Jahre) erworben und gleich aktiviert werden. Der Dinslakener, der das Konzept auch schon bei der hiesigen Feuerwehr vorgestellt hat, hofft, weitere Unternehmen für die Idee begeistern zu können: „Unser Ziel ist der flächendeckende Ausbau.“