Dinslaken: Zehn Baustellen bis 2019

Das Team um Walburga Wüster, Geschäftsführerin der ProZent GmbH (rechts):  Walter Tegruede (Bauleiter, v.l.n.r.), Jochen Albri (Architekt), Eva Michels (Architektin)
Das Team um Walburga Wüster, Geschäftsführerin der ProZent GmbH (rechts): Walter Tegruede (Bauleiter, v.l.n.r.), Jochen Albri (Architekt), Eva Michels (Architektin)
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Zehn Schulstandorte werden für 30 Mio. Euro saniert und modernisiert. Walburga Wüster ist bisher zufrieden mit dem Verlauf . „Wir liegen gut in der Zeit.“

Dinslaken..  Wer das Büro der Sanierungsgesellschaft ProZent im Ledigenheim betritt, sieht sofort: Baustellen sind das tägliche Geschäft von Geschäftsführerin Walburga Wüster und ihrem Team. Überall hängen Baupläne. Die Sekundarschule aus diversen Perspektiven, Baustellenfotos, Ansichten von der Bruchschule. Bis 2019 ist die Gesellschaft mit der Planung und Umsetzung des beschlossenen Schulsanierungspakets beschäftigt. Zehn Schulstandorte werden für 30 Mio. Euro saniert und modernisiert - eine Riesenaufgabe. Walburga Wüster ist bisher zufrieden mit dem Verlauf . „Wir liegen gut in der Zeit.“ Auf zwei Baustellen, der Averbruchschule und der Sekundarschule, sind die Arbeiten schon weit fortgeschritten.

Gleichzeitig müssen an zwei weiteren Schulen die Umzugskisten gepackt werden. Die Klaraschule wird in den großen Ferien vorübergehend in die Elisabethschule ziehen, die Gartenschule muss für die Umbauzeit in das Gebäude der Jeanette-Wolff-Realschule ausweichen. Im kommenden Winter gehen die Bauarbeiten auch an der Bruchschule los.

Lange ist über das Schulsanierungspaket diskutiert, lange ist daran geplant worden. Die Schulen sind dabei immer einbezogen worden, versichert Walburga Wüster. „Wir führen intensive Planungsgespräche.“ Auch Änderungswünsche würden realisiert. Voraussetzung: Es darf nicht teurer werden. Die Ausgaben sind bei 30 Mio. Euro gedeckelt.

Veränderte Anforderungen

Der Grundgedanke bei allen Sanierungen: Wenn schon in die Gebäude investiert werden muss, dann sollen auch die pädagogischen Anforderungen mitbedacht werden. „Schule hat sich in den vergangenen Jahren verändert“, erläutert Wüster. Die Kinder bleiben oft bis in den Nachmittag, sollen mehr Platz und mehr Aufenthaltsqualität erhalten. So werden zum Beispiel die Ganztagsbereiche baulich besser integriert, Containerräume abgebaut. Für den Unterricht entstehen dort, wo es baulich möglich ist, Jahrgangsebenen. Flure werden zu Differenzierungsbereichen, also zu Arbeitsflächen mit Sichtverbindung zum Klassenraum. Die Toiletten werden nicht mehr zentral an einem Ort geplant, sondern in die einzelnen Jahrgangsebenen integriert. „Damit die Schüler sich verantwortlich fühlen“, so Wüster.

So wird’s zum Beispiel an der Friedrich-Althoff-Sekundarschule gemacht. 7,2 Mio. Euro fließen in die Maßnahme. Die neue Mensa ist fertig und kann, sobald die Möbel da sind, in Betrieb gehen. Bis Sommer wird der Neubau (in Passivbauweise) unter anderem mit Fachräumen, drei Jahrgangsebenen und Differenzierungsbereichen fertig sein. Die Betreuung zieht in die alte Mensa. Anschließend geht’s bis Frühjahr 2016 an den Umbau der alten Klassenräume.

Bis Sommer fertiggestellt wird die Averbruchschule: Für 1 Mio. Euro wurden das Hausmeisterhaus und angrenzende Räume für die Verwaltung umgebaut, der ehemalige Bereich der Verwaltung wird nun für den offenen Ganztag hergerichtet. In vier Jahren soll noch die Aula umgebaut werden.

In Vorbereitung sind die Arbeiten an der Klaraschule: Wenn Schüler und Lehrer ausgezogen sind, werden die beiden Gebäudeteile räumlich verbunden und der Klassentrakt umgebaut. Es entsteht ein Mehrzweckraum, der auch für Veranstaltungen im Viertel offen steht. Kosten: 2,35 Mio. Euro (davon 1,65 Mio. Fördermittel).

Die Kinder der Gartenschule ziehen im Sommer ebenfalls vorübergehend aus. An der Gartenstraße wird ein neues Treppenhaus errichtet und eine Aula gebaut, die auch für nicht-schulische Veranstaltungen genutzt werden kann. Es entstehen Jahrgangsebenen, die Verwaltung wird - wie in allen umgebauten Schulen - barrierefrei erreichbar sein. Die Kosten (2,2 Mio. Euro) werden durch Fördermittel (1,04 Mio.) bezuschusst.

Neben der Sekundarschule wird die Bruchschule ab Winter die größte Baustelle: Zunächst werden Turnhalle und Container abgerissen und an dieser Stelle wird ein Neubau errichtet mit Mehrzweckraum, Küche, Klassenräumen und Toiletten für drei Jahrgänge. Anschließend wird das Bestandsgebäude umgebaut, der Altbau abgerissen und statt dessen eine Turnhalle gebaut. Kosten für den (barrierefreien) Umbau: 4,8 Mio. Euro.

Für die weiteren Sanierungsmaßnahmen bis 2019 müssen die Detailplanungen noch erstellt werden. Fest steht aber, dass an der Ernst-Barlach-Gesamtschule Sporthalle und Aula saniert werden (3,1 Mio. Euro). Auch das Theodor-Heuss-Gymnasium (2 Mio.), das GHZ (6 Mio.), die Dorfschule (1,4 Mio.) und die Hagenschule (1 Mio.) erhalten Mittel für Modernisierungen.

Ende 2013 hat der Stadtrat die Gründung der Sanierungsgesellschaft ProZent als hundertprozentige Tochter der Stadt beschlossen. Aufgabe ist die Durchführung der Sanierungsarbeiten an Schulen und Sporthallen. Anfang 2014 hat die Gesellschaft mit Sitz im Lohberger Ledigenheim ihre Arbeit aufgenommen.

Neben der Geschäftsführerin arbeiten zwei Architekten, zwei Bauleiter, ein Fachplaner Elektro und eine Sekretärin für die Gesellschaft. Im zehnköpfigen Aufsichtsrat (plus Bürgermeister Heidinger) sitzen Vertreter der Ratsfraktionen.

Laut Ratsbeschluss werden bis 2019 zehn Schulstandorte für maximal 30 Millionen Euro saniert. Ursprünglich waren Maßnahmen in Höhe von 60 Millionen Euro vorgesehen. Die Politik sprach sich für eine Halbierung der Summe aus. Nach Abschluss der Arbeiten soll es ein weiteres Sanierungspaket geben. Finanziert werden die Maßnahmen über Kredite.