Dinslaken: Wie sieht Kirche der Zukunft aus?

Auf der Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinde Dinslaken erläuterte Pfarrer Sven Hesse auch die Pfarrstellensituation.
Auf der Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinde Dinslaken erläuterte Pfarrer Sven Hesse auch die Pfarrstellensituation.
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Was wir bereits wissen
Gemeindeversammlung der Ev. Kirchengemeinde Dinslaken hatte die Pfarrstellensituation als zentrales Thema. Der Bezirk Stadtkirche wird aufgeteilt. Pfarrer Sven Hesse bewirbt sich für Hiesfeld.

Dinslaken..  Die Pfarrstellensituation in der Ev. Kirchengemeinde Dinslaken war das zentrale Thema bei der Gemeindeversammlung im Gemeindehaus an der Duisburger Straße, zu der neben interessierten Gemeindegliedern auch die Seelsorger aller sechs Bezirke sowie Presbyter und Superintendent Friedhelm Waldhausen erschienen waren. Wie berichtet, soll zum 1. Juli eine Pfarrstelle (Bezirk Stadtkirche) abgebaut werden.

Nach der Begrüßung durch Presbyteriumsvorsitzenden und Pfarrer Sven Hesse, der sich auf die freie Pfarrstelle in Hiesfeld beworben hat, ging Pfarrerin Kirsten-Luisa Wegmann im Rahmen einer kurzen Andacht auf die Problemlage ein. „Wie soll Kirche der Zukunft aussehen?“, fragte sie angesichts demografischer Veränderungen, sinkender Mitgliederzahlen, geringerer Finanzmittel, aber steigender Kosten. „Wir hören die Stimmen in unserer Gemeinde, stellen uns Vorwürfen und Kritik und werden die Lage analysieren, um die Lasten auf möglichst viele Schultern gerecht zu verteilen. Dafür brauchen wir eine Gemeindewerkstatt, um neue Prozesse anzustoßen“, so Wegmann. Denn: „Die Kirche, die sich viele wünschen, gibt es so nicht mehr.“ Gott habe uns den Leitspruch hinterlassen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“. Wegmann: „Das gibt uns Mut, sich dem Neuen zu stellen und aufzubrechen.“

Pfarrer Sven Hesse sprach von „äußeren Zwängen“, angesichts des großen Haushaltsdefizits „im sechsstelligen Bereich“ werde im Kirchenkreis strukturell umbesetzt. Der Wegfall seiner 75-Prozent-Pfarrstelle sei ein erster schmerzlicher Schritt des Presbyteriums. Der Seelsorgebezirk 3 werde von Kollegen mitversorgt. Dennoch sehe er auch die Chance, „dass der Kirchenkreis Dinslaken wieder eine gute Perspektive bekommt“. Pfarrer Armin von Eynern wies aufgrund der Pensionierungswelle ab 2020 auf das zu erwartende große Loch in der Pensionskasse hin. In der Innenstadt werde es Veränderungen geben, alle Bereiche kämen auf den Prüfstand. Friedhelm Waldhausen prophezeite, in 2030 müssten 533 Pfarrerinnen und Pfarrer die Arbeit von derzeit noch 2000 machen: „Wir müssen in Fünf-Jahres-Schritten denken.“ Im Kirchenkreis Dinslaken erlebe er „viel Kreativität und ein gutes Klima“.