Dinslaken: Von der Klaraschule in die alte Elisabethschule

Schulleiterin Gabriele Büren in ihrem neuen Büro.
Schulleiterin Gabriele Büren in ihrem neuen Büro.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach 117 Jahren ist eine Renovierung angesagt. Schüler müssen nach den Ferieneinen Straßenzug weiterziehen. Für ein Jahr – wenn alles klappt wie geplant.

Dinslaken..  „Volksparkschule“ schreit das Graffito bunt auf grau vom Pavillon der Elisabethschule. Und auch das Schild an der Straße weist die Parkplätze nur für Lehrer der Volksparkschule aus. Beide Schulen sind an der Elisabethstraße allerdings bereits Vergangenheit: Die Elisabethschule wurde längst aufgelöst, die Volksparkschule wird mit der Hauptschule im GHZ Hiesfeld zusammengelegt. Ein Zettel an der Eingangstür weist auf die neuen Hausherren hin: „Belegungsplan Klaraschule“ steht drauf. Denn nach den Ferien werden die Klaraschüler in den Räumen der ehemaligen Elisabeth- und Volksparkschule unterrichtet – vorübergehend, für ein Jahr. Den Umzug stemmten die Schule und vor allem Hausmeister Teddy Lohrmann am ersten Ferienwochenende. Derzeit werden Kisten ausgepackt: 900 an der Zahl. Ein Umzug in XXL.

Umzug an einem Wochenende

1898 wurde das ehrwürdige Gebäude der Klaraschule erbaut, immer hallten Kinderstimmen auf dem Schulhof. Nun steht das denkmalgeschützte Haus leer, nur die bunten Äpfelchen und Blümchen aus Pappe zieren noch ein Fenster. Und es ist still. Nach 117 Jahren wurde es einfach Zeit für eine Sanierung, eine gründliche, wie Thomas Termath, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung, Kultur, Freizeit, Sport der Stadt Dinslaken, betont. Die Gebäudeteile der Schule werden räumlich verbunden, der Klassentrakt umgebaut, zudem entsteht ein Mehrzweckraum, der auch für Veranstaltungen im Viertel genutzt werden kann. 2,35 Millionen Euro kostet der Umbau – 1,65 Millionen Euro davon sind Fördermittel von Bund und Land.

Ein Jahr soll der Umbau dauern, „optimalerweise kann die Schule in den nächsten Sommerferien wieder umziehen“, so Termath. Große Überraschungen erwartet man bei der Sanierung des Altbaus der Klaraschule nicht mehr, alle Eventualitäten seien im Vorfeld gecheckt worden.

Nun aber muss sich die Klaraschule mit ihren 187 Schülern und 15 Lehrern erst einmal an der Elisabethstraße häuslich einrichten. Schulleiterin Gabriele Büren lobt Hausmeister Teddy Lohrmann, der das organisatorische Glanzstück vollbrachte, an einem Wochenende die Volksparkschule aus- und die Klaraschule einziehen zu lassen. Neben 900 Kisten bedeutet das auch eine Menge Mobiliar: 15 bis 30 Sitzplätze pro Klasse, Fachräume, Lehrmittel, Schränke, Küche. Ein Glück, dass die Klaraschule vor Jahren schon einmal bei der Zusammenlegung mit der Elisabethschule ein- und dann wieder ausgezogen ist: Denn bei jedem Umzug — groß oder klein – wird nun einmal ausgemistet.

Vorbereitet haben Lehrer und Schüler den Umzug schon während der Schulzeit. Dinge, die nicht ständig gebraucht werden, wurden zuerst gepackt. „Der Torso etwa oder Sachen für die Verkehrserziehung“, zählt Gabriele Büren auf. Oder auch die Trommeln: „Dann wurde eben am letzten Schultag nicht mehr getrommelt.“ In den Klassen wurden die Schränke ausgepackt, die Nebenräume ausgeräumt. Für die Schüler der Klassen Zwei und Vier war das völlig in Ordnung: Die einen kommen wieder, die anderen verlassen die Grundschule ohnehin. Nur der dritte Jahrgang schließt die Grundschule nun im anderen Gebäude ab.

Das Gebäude der Elisabethschule ist etwas kleiner als das der Klaraschule – weswegen kreative Raumlösungen gefragt sind. So ist etwa der Computerraum je nach Tageszeit Englischraum und Raum für Türkisch, Arabisch und Islamkunde. Und in der Übergangsschule dürfen die Kinder sogar ins Allerheiligste: das Lehrerzimmer! Hier werden die Tische für das Kollegium quergestellt, so dass Platz für den Musikkreis bleibt – denn nebenan lagern die Instrumente. In den Klassen sei es ohnehin schwierig, zu trommeln, erklärt die Schulleiterin: „Die Räume sind zu hellhörig.“

Derzeit stemmen neben Gabriele Büren noch Anke Sturm, Karin Franken, Holger Christians und Ingrid Polens den Umzug – zum Teil in Begleitung von Enkelchen und Hunden. In der letzten Ferienwoche muss das gesamte Kollegium zum Einräumen antreten. Bis dahin, verspricht Teddy Lohrmann, ist auch das Schild vor der Tür weg. Und das Graffito überstrichen. Dann wird die Elisabethschule wohl irgendwann endgültig abgerissen. Weil die Klaraschule nur über eine Einfachturnhalle verfügt, soll an Stelle der Elisabethschule eine Dreifachturnhalle entstehen, so Thomas Termath – allerdings nur, wenn noch Geld da ist.