Dinslaken: Viele Besucher beim Tag der Begegnung

Die integrative Band Fudies sorgte für den musikalischen Abschluss .
Die integrative Band Fudies sorgte für den musikalischen Abschluss .
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Im ND-Jugendzentrum erlebten die jungen Gäste mit und ohne Behinderung einen abwechslungsreichen Nachmittag.

Dinslaken..  Schon vor dem ND-Heim wartete auf die Besucher die erste Attraktion – das Technische Hilfswerk hatte ihre Fahrzeuge aufgefahren – und einige wollten sich es sich nicht nehmen lassen, mal im Inneren eines solch großen Hilfsgefährtes zu sitzen. „Carola, sieht echt cool aus“, rief Anna Gabel dem jungen Mädchen zu, das sie als Lebenshilfe-Mitarbeiterin im Rahmen der Familienhilfen betreut. „Der Vater ist Feuerwehrmann, aber Blau-Weiß ist schon was anderes“, erklärte sie. Dann betraten beide auch das „Innenleben“ des ND-Heims.

Vom Keller bis zum Dach und rund um das Haus herum herrschte lebendig-wuseliges Treiben – und der Leiter des ND-Heims, Martin Baumann, hatte gut zu tun. „Heute ist voll die Hektik, das Wetter ist einfach zu gut. Mit so vielen Leuten haben wir echt nicht gerechnet“, meinte er angesichts der tollen Resonanz beim „Tag der offenen Tür“. „Rückblickend ist viel draus geworden, wo es damals nur drum ging, Vorurteile abzubauen und Gemeinschaft zu finden – und dass immer mehr Organisationen mit dazukommen, um teilzunehmen.“

Fudies von Anfang an dabei

Ähnlich sah das auch Andrea Hecker von der Lebenshilfe, die später im Keller die Currywürste zubereitete. „Ich bin heute total fasziniert, weil hier alle mit einem tollen Lächeln unterwegs sind und es so ist, wie es sein soll: die Menschen sehen nur noch den Menschen und nicht die Behinderung.“

Stolz waren beide auch auf die integrative Band Fudies, die seit dem ersten Tag der Begegnung dabei ist, als sie einfach nur erstmals öffentlich spielen wollte. „Es ist toll, dass wir die seit über zehn Jahren hier haben – da kann der Grand Prix nur von träumen“, zog Hecker den Vergleich zu dem bedeutenden Musikwettbewerb, bei dem Finnland erstmals eine integrative Band ins Rennen schickt.

Die Fudies bildeten mit ihrem Konzert auch den Abschluss des Nachmittags – und bei Songs wie „1001 Nacht“ oder „I love Rock’n Roll“ spürte jeder die Begeisterung und Freude bei der Musik und ließ sich zum Mitklatschen mitreißen.

Zuvor hatte ein buntes Programm für viel Abwechslung und Kreativität insbesondere bei den Kindern gesorgt – ob nun beim Töpfern, Karaoke-Singen in der Radwerkstatt, Segway-Fahren vor dem Haupteingang oder der Hundeshow der Hundestaffel Krudenburg auf der ND-Wiese. Bei Maik Seehöfer konnten sich die Kids fotografieren lassen, ob solo, mit Freundin, mit Bilderrahmen oder Hut, was vielen Spass machte.

Und in der Holz- und Töpferwerkstatt tobten sich die Kids so richtig aus. Die kleine Angelina hatte ein Pferdebild für ihr Zimmer gemalt – außerdem gefiel ihr der junge Zauberer im Zelt super . „Der hat bei drei Hütchen aus einer Kugel zwei gemacht“, hatte die Sechsjährige ihren Spaß gehabt. „Die können hier total viel machen – und man merkt, dass die Kinder untereinander keine Berührungsängste haben“, war ihre Mama Karina Quinay als „Stammgast“ der Veranstaltung wie alle Besucher sehr entspannt und zufrieden.