Dinslaken: Unsauber gemacht

Was wir bereits wissen
Din-Service-Mitarbeiter entsorgte mit Kollegen privaten Müll von seiner Haussanierung. Stadt bestätigt den Fall und kündigt Konsequenzen an.

Dinslaken..  Der Din-Service-Werbespruch „Sauber gemacht“ trifft in diesem Fall ganz und gar nicht zu. Denn was sich ein Bediensteter des städtischen Betriebs erlaubt hat, ist mindestens „unsauber“: Der Mann hat mehrfach mit Arbeitskollegen den Müll von der Sanierung seines Eigenheims mit Fahrzeugen des Din-Service abgeholt. Die Stadtverwaltung hat der NRZ den Vorfall bestätigt, kündigt eine vorbehaltlose Aufklärung und personalrechtliche Konsequenzen an.

Der Din-Service-Mitarbeiter hatte sich in Hiesfeld ein Eigenheim samt dazugehörigem Grundstück erworben. Der dicht und üppig gewachsene Garten wurde nach Angaben von Nachbarn ordentlich ausgedünnt. Der angefallene Grünschnitt samt Wurzelwerk und Stämmen wurde mehrfach vom Din-Service abgeholt. Auch im Haus soll ordentlich entrümpelt worden sein, der Müll wurde ebenfalls vom Din-Service abgefahren. Bei den Abholungen sollen jeweils die 240-Liter-Bio- und Mülltonnen, die sich der Eigentümer ans Haus gestellt hatte, mit geleert worden sein. Man habe alles ins gleiche Fahrzeug geladen, von Mülltrennung könne nicht die Rede sein, berichtet ein Anwohner.

19 Fälle dokumentiert

Er habe angesichts des Treibens einen Din-Service-Mitarbeiter vor Ort angesprochen und gefragt, ob dies eine neue Dienstleistung des Din-Service wäre, die man als Bürger auch in Anspruch nehmen könne. „Es ist ein Sonderauftrag“, habe der Mann darauf geantwortet.

Insgesamt sind alleine zwischen dem 27. Januar und dem 25. März stattliche 19 Fälle dokumentiert, bei denen bis zu fünf Din-Service-Mitarbeiter Grünschnitt und/oder Müll abgeholt haben sollen. Verärgert ist der Nachbar, der das Treiben über Monate hinweg beobachtet hat, weil unlängst öffentlich wurde, dass dem Din-Service 21 Planstellen fehlen, um die Aufgaben in der Grünpflege ordentlich erledigen zu können. Dass die Mitarbeiter keine Zeit hätten, lasse sich zumindest anhand der privaten Abfuhr-Aktionen nicht ablesen, so der Anwohner.

Die Stadtverwaltung bestätigte der NRZ den Vorfall. „Wir wollen, dass der Laden sauber bleibt und haben größtes Interesse daran, die Angelegenheit bis ins letzte Detail aufzuklären“, so Stadtsprecher Horst Dickhäuser. Der Gebührenzahler habe ein Recht darauf, dass alles transparent und nachvollziehbar sei. Bislang müssten sich drei Bedienstete wegen der Angelegenheit verantworten, weitere Befragungen sollen gestern durchgeführt worden sein. „Es könnte sein, dass sich noch mehr Mitarbeiter Vorwürfe gefallen lassen müssen“, so Dickhäuser. Jeder im öffentlichen Dienst müsse sich seiner besonderen Verantwortung bewusst sein. Dass die Din-Service-Mitarbeiter dies offenbar nicht waren, wird Konsequenzen haben, die Stadt prüft arbeitsrechtliche Maßnahmen. Welche das am Ende sein werden, hänge von den Ergebnissen der Untersuchungen ab, auch der Personalrat müsse beteiligt werden.