Dinslaken: Sanierung verzögert sich erneut

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Die Bezirksregierung habe, so die Stadtverwaltung auf Anfrage der NRZ, spontan die Fristen für die Beantragung von Fördermitteln verändert.

Dinslaken..  Die Sanierung der Kathrin-Türks-Halle verzögert sich um ein weiteres Jahr. Die Bezirksregierung habe, so die Stadtverwaltung auf Anfrage der NRZ, spontan die Fristen für die Beantragung von Fördermitteln verändert. Bis Mitte März müssten die Anträge nun in Düsseldorf vorliegen – „nicht zu schaffen“ ist das laut Stadtsprecher Horst Dickhäuser. In der Dinslakener Stadtverwaltung war man von Ende Juli ausgegangen.

„Die Vorgabe bis zum 13 März gilt für alle Kommunen, weil die Bezirksregierung einem Erlass des Bauministeriums folgend bis 15. April das Programm für den Regierungsbezirk aufstellen muss“, teilt die Bezirksregierung dazu mit.“ Damit hat sie „ziemlich überraschend alle Planungen und das Timing durcheinandergebracht“, so Horst Dickhäuser. Mittel aus dem Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ hatte man sich erhofft. Entsprechende Anträge seien bereits gestellt und müssten bis zum Sommer nur konkretisiert werden, hatte die Stadtverwaltung Ende 2014 angekündigt. Dann hätte die Politik Ende 2015 entscheiden und die Sanierung Anfang 2016 starten können. Nun kann der Förderantrag erst Anfang 2016 gestellt werden. Dickhäuser glaubt nicht an eine Fertigstellung im Jahr 2017.

Ohne die Fördermittel würde die Finanzierung eng. Mit geschätzten Kosten von etwa 15 Millionen Euro sei die Sanierung „finanziell ambitioniert“, so Dickhäuser, eine Förderung von bis zu 70 Prozent im Bereich des Möglichen.

Selbst wenn die Stadt Dinslaken das Geld für die Sanierung allein aufbringen beziehungsweise der Förderung vorgreifen könnte sei es nicht sinnvoll dies zu tun. Ein Baubeginn vor Beendigung des Förderantragsverfahrens wirke sich „förderschädigend“ aus, so Dickhäuser.

Ganz ungelegen komme der Verwaltung die Verzögerung nicht. So habe man „eine Atempause“, so Dickhäuser. Die wolle die Stadt nutzen, um das Vergabeverfahren für freiberufliche Leistungen noch einmal zu starten. Beim ersten Versuch habe sich nur ein Architekt beworben. „Nicht akzeptabel“, findet Dickhäuser. Zuvor allerdings müsse die Politik noch Grundsatzentscheidungen fällen. Wie der Umbau zu einer Mehrzweck- und Bürgerhalle konkret aussehen soll etwa – das ist unter anderem Bedingung für die Gewährung der Fördergelder. Auch die Frage, ob und wo Gastronomie vorgesehen sein soll, ist offen. Im Juni soll die Politik entscheiden. Der Grundsatzbeschluss, die Stadthalle zu sanieren und umzufunktionieren, wurde bereits vor rund drei Jahren gefällt.