Dinslaken: Ringen um den Standort

Was wir bereits wissen
Berufskolleg möchte ganz an die Wiesenstraße. Entscheidung vertagt

Dinslaken..  Als eine „Schule mit zwei Gesichtern“ stellte Uwe Neumann, Leiter des Berufskollegs Dinslaken, sein Haus dem Ausschuss für Schule, Kultur und Sport des Kreistags vor. Der wollte sich in seiner jüngsten Sitzung noch nicht auf eine Standortlösung festlegen und vertagte die Entscheidung in den Kreisausschuss. Dennoch stehen die Chancen auf grünes Licht gut.

Neue Turnhalle

Neumann, sein Kollegium und seine Schüler müssen zwischen den Standorten Wiesenstraße und Konrad-Adenauer-Straße pendeln. Wie berichtet, hofft das Berufskolleg, dass der Kreis am Standort Wiesenstraße das städtische Grundstück der Jeanette-Wolff-Realschule kauft und dort die Standorte zusammenfügt. Ein Punkt, der noch zu Beratungsbedarf führt ist, dass es mit einem Neubau an der Wiesenstraße allein nicht getan wäre: Auch das alte Gebäude dort ist sanierungsbedürftig und entspricht selbst dann nicht optimal modernen Anforderungen, es stammt aus den 50er Jahren.

So zeigte Neumann beispielhaft Bilder aus der Pause. Weil es nicht genügend Rückzugsmöglichkeiten gibt, hocken die Schüler mit ihren Broten in Nischen am Boden, in denen früher Garderoben angebracht waren. Nicht optimal.

Die alte Turnhalle an der Douvermannstraße ist ein kostspieliger Sanierungsfall, der Neubau einer Multifunktionshalle scheint den beauftragten Gutachtern des Büros Kplan als empfehlenswert. Eine Sporthalle, das machte Schulleiter Neuman deutlich, muss sein, „manche Abschlüsse sind ohne Sportunterricht nicht möglich“.

Dennoch müsse nichts übers Knie gebrochen werden, „der Prozess würde im Idealfall acht bis zehn Jahre dauern“. Das kommt bei den Fraktionen gut an, denn sie haben mit dem Campus Moers ein großes Projekt vor der Brust. Dinslaken könne Schritt für Schritt abgearbeitet werden, so die Idee. Das mit Büro Kplan hatte die Kosten am Standort Wiesenstraße inklusive Sanierung des alten Gebäudes auf bis zu 26 Millionen Euro geschätzt. Auf die Jahre verteilt, wäre das machbar, so der Tenor.

Neumann hatte mit seinem Vortrag die Dringlichkeit des Problems vor Augen geführt: Wenn Schüler vom einen zum anderen Standort pendeln, ist eine Freistunde notwendig. Unterricht findet zum Teil bis um 20.45 Uhr statt. Klar ist, dass die Weichen gestellt werden müssen, solange das Realschulgrundstück noch zu haben ist. Der Kreisausschuss soll das in der Sitzung am 19. März tun.