Dinslaken: Richtiger Umgang mit dem Pedelec

Auf dem Schulhof der Realschule im GHZ warteten verschiedene Übungen mit dem Pedelec auf die Teilnehmer.
Auf dem Schulhof der Realschule im GHZ warteten verschiedene Übungen mit dem Pedelec auf die Teilnehmer.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Die Kreispolizeibehörde Wesel bot ein Sicherheitstraining auf den Elektrofahrrädern an. Zehn Teilnehmer machten mit beim Kurs auf dem Schulhof des GHZ.

Dinslaken..  Pedelecs sind ein echter Verkaufsschlager. Mit ihrem unterstützenden Elektromotor erleichtern sie gerade älteren Menschen das Treten in die Pedale. Weil aber immer mehr davon im Umlauf sind, erhöhte sich auch das Risiko in der Begegnung mit den übrigen Verkehrsteilnehmern und stieg die Zahl der daraus resultierenden Unfälle.

Um diesem entgegen zu wirken, bietet die Kreispolizeibehörde Wesel mittlerweile ein Sicherheits-training für den Umgang mit den elektrobetriebenen Fahrrädern an, wie am gestrigen Donnerstag auf dem Schulhof der Realschule im GHZ in Hiesfeld. „Dies ist die vierte kreisweite Veranstaltung. Wir versuchen, diese in jeder Stadt oder Gemeinde im gesamten Kreis anzubieten, der Zuspruch ist immer unterschiedlich. Heute haben sich trotz des heißen Wetters etwa zehn Personen angemeldet, Platz wäre für bis zu 20“, sagte Daniel Freitag, Pressesprecher der Kreispolizei.

Bevor der praktische Teil des Trainings startete, kamen die Teilnehmer in einem Klassenraum der Realschule zusammen und ließen sich von Jörg Nitschke und Arno Janzke (Kreispolizei) ihr Wissen über die Pedelecs, die Straßenverkehrsordnung und das Bußgeld, das droht, wenn man gegen diese verstößt, auffrischen. „Bis zu 25 km/h kann man mit diesen Fahrrädern erreichen“, erklärte Nitschke, da läge es nahe, dass natürlich auch die Bremsen deutlich stärker greifen. Darauf gelte es zu achten, wenn man nicht an der nächsten Ampel kopfüber über den Lenker gehen will.

Deutlich schneller unterwegs

Wie beim normalen Fahrrad gibt es auch bei den Pedelecs keine Helmpflicht, diese wird aber von Seiten der Polizei dringend empfohlen. „Schließlich sehen die anderen Verkehrsteilnehmer zum Beispiel oft nicht auf den ersten Blick, dass Radler mit Pedelecs deutlich schneller unterwegs sind, was zu Fehleinschätzungen führen kann“, sagte Janzke.

Sicheres Anfahren, ein vorgegebener Bremsweg, verengte Durchgänge, kurvenreiche Fahrten über den Schulhof sowie Slalom-Parcours warteten im Anschluss an die Theoriestunde auf dem Schulhof auf die Pedelec-Inhaber. „Grundsätzlich sind es relativ einfache Übungen, die aber mit dem Elektrofahrrad einen anderen Schwierigkeitsgrad erreichen. Gerade beim Kurven- oder Slalomfahren ist es wichtig, die richtige Koordination zwischen Treten und Bremsen zu finden, denn der Motor kann bei einem kurzen Tritt einen ganz schönen Schub nach vorne geben. Wir empfehlen, die Pedale kontinuierlich zu bewegen und die Geschwindigkeit mit der Bremse leicht zu regulieren“, so Jörg Nitschke. Gleichzeitig zu den Übungen informierte die Verkehrswacht Kreis Wesel über den richtigen Helmkauf und teilte Warnwesten für Fahrten im Dunkeln aus. Ebenso war es den Teilnehmern möglich, ihre Räder von der Polizei codieren zu lassen.

„Ich mache viele, weitere Fahrradtouren und bin früher auch immer gut mitgekommen. Für die Touren nutze ich mittlerweile aber das E-Bike, was gerade bei Anhöhen eine echte Erleichterung darstellt. Im normalen Stadtverkehr verzichte ich aber noch darauf und verwende mein normales Fahrrad“, berichtete Anita Blohm.

Motorroller verkauft

Probleme mit dem Pedelec hatte sie auch aufgrund ausgiebiger Probefahrten vor dem Erwerb bisher nicht, brachte aber Interesse an einem Sicherheitstraining mit. Joachim Jakisch veräußerte vor knapp einem Jahr seinen Motorroller und erstand aus diesem Erlös ein neues Elektrorad: „Damit kann ich zum Beispiel auch in der Natur unterwegs sein und im Grünen umher fahren. Darüber hinaus hat es eine sehr angenehme Trittfrequenz und ist sehr bequem“.