Dinslaken: Radwege in der Diskussion

Die Augustastraße soll ab dem kommenden Jahr saniert werden.
Die Augustastraße soll ab dem kommenden Jahr saniert werden.
Foto: Lars Fröhlich
Was wir bereits wissen
  • Die geplante Sanierung der Augustastraße stößt auf geteiltes Echo
  • Insbesondere die Radwege auf der Fahrbahn stoßen bei Lesern auf Skepsis
  • Sie fürchten, dass es für Zweiradfahrer gefährlich werden könnte

Dinslaken.. Auf großes Leserinteresse ist die Berichterstattung über die geplante Sanierung der Augustastraße gestoßen - insbesondere zur angestrebten Geschwindigkeitsreduzierung durch zwei Kreisverkehre und zu den auf die Fahrbahn verlagerten Radwegen äußerten sich viele Dinslakener. Auf unserer Facebook-Seite wurden die geplanten Maßnahmen lebhaft diskutiert. Viele Menschen begrüßen, dass die Stadt die Raser auf der viel befahrenen Verbindungsstraße zwischen B8 und Hünxer Straße ausbremsen will, sehen aber die so genannten „Schutzstreifen“ für Radfahrer auf der Fahrbahn eher kritisch.

In unserem Online-Voting auf der Homepage fiel die Meinung eindeutig aus: 66 Prozent der insgesamt knapp 100 Leser, die an der Abstimmung teilgenommen haben, bewerteten die Aussage „Auf einem separaten Radweg neben dem Bürgersteig fühle ich mich als Radfahrer sicherer“ als zutreffend. Sechzehn Prozent schlossen sich folgender Aussage an: „Mich als Autofahrer irritieren die Radfahrer auf der Fahrbahn“. 15 Prozent der Leser meinten bei der Online-Abstimmung auf der Homepage der Lokalredaktion: „Radwege auf der Fahrbahn tragen zur Verkehrsberuhigung bei - alle müssen Rücksicht nehmen“.

Einige Leser sorgen sich angesichts der Tatsache, dass Radfahrer, Lkw und Busse sich im Kreisverkehr die Fahrbahn teilen müssen, um die Sicherheit der Zweiradfahrer. Auch die Rettungswagen, die über die Augustastraße in Richtung B8 fahren und möglicherweise ebenfalls ausgebremst werden, wurden thematisiert: „Schon jetzt sind die Autofahrer im Bereich zwischen Aldi und Sparkasse hoffnungslos überfordert, wenn Fahrzeuge mit Sonderrechten anrücken. Wenn dann zukünftig auch noch die Radler auf der Fahrbahn sind, können die Kollegen vom Rettungsdienst direkt zwei Einsätze abarbeiten....“, befürchtet Fabian Fri in seinem Facebook-Kommentar.

Thomas Freund schreibt in einem Leserbrief: „Den Radweg auf die Straße zu malen, statt den vorhandenen zu sanieren, ist mal wieder ein Zeichen, dass die Bevölkerung der Politik sch...egal ist. (...) Die Planer fahren wahrscheinlich nur Auto und kennen das Gefühl nicht, wenn ein Lkw mit einer Handbreit Abstand einen überholt.“

Eng und gefährlich

Beate Strack wundert sich über die hohen Kosten für die Sanierungspläne: „Der Verkehr fließt, die Ampeln funktionieren, der Straßenbelag ist okay. Eine Verkehrsberuhigung ist sicherlich durch preiswertere Maßnahmen möglich.“ Jens Mei erinnert in seinem Kommentar auf der NRZ-Homepage dagegen daran, dass Straßenbau gefördert wird und Investitionen in die Infrastruktur den Wert der Kommune steigern. Er rät als Negativ-Beispiel zum Blick in Nachbarkommunen: „Ich empfehle den Duisburger Norden. Denn da wird so gut wie gar nichts verändert.“

Kritik an den geplanten Kreiseln übt Michael Koch via Facebook: „Fahrradwege auf die Straße zu verlegen, ist mit Abstand die schlechteste aller Ideen. Das beste Beispiel ist der Kreisverkehr Luisen-/Katharinenstraße, wo der Radweg kurz vor Einmündung auf die Straße geleitet wird. Viel zu eng und viel zu gefährlich.“ Jürgen Böttcher ergänzt: „Bin dort schon mehrfach von Autos so weit abgedrängt worden, dass ich gezwungen war, vom Rad abzusteigen. Die Planer sollten auf der Augustastraße mehrere Kameras aufstellen, besonders im Bereich der 50er Hausnummern.“ Für feste Radarstationen und Bodenschwellen zur Entschleunigung auf der viel befahrenen Durchgangsstraße sprechen sich gleich mehrere Facebook-Nutzer aus.

Ralf Bühnen sieht die Pläne dagegen nicht negativ - vorausgesetzt, alle halten sich an die Regeln: „Ein Konzept, das auf gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Auto- und Fahrradfahrer beruht, ist kein schlechtes und kann eigentlich nur am Unwillen einer der Gruppen scheitern“.