Dinslaken: Protest gegen Gebührenerhöhung

Offiziell gelten die neuen Parkgebühren schon - doch auch die Schonfrist bis Mitte Juli mindert den Ärger vieler Bürger nicht.
Offiziell gelten die neuen Parkgebühren schon - doch auch die Schonfrist bis Mitte Juli mindert den Ärger vieler Bürger nicht.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bürger schreiben an den Bürgermeister: Vor allem die Einschränkung der Brötchentaste beim Parken sorgt für Missmut

Dinslaken..  Die von der Stadt gewährte Schonfrist bis zur Erhöhung der Parkgebühren (wir berichteten) kann den Ärger darüber nicht mildern. Vor allem die Einschränkung bei der Brötchentaste, die bislang in der Innenstadt ein kostenfreies Parken von 30 Minuten erlaubte, wird in Schreiben an die Redaktion und an die Stadt kritisiert. Während in der Zone 2, zum Beispiel auf dem Jahnplatz in Hiesfeld, nach dem Drücken der Brötchentaste weiterhin 30 Minuten kostenlos geparkt werden darf, erscheinen die in der Innenstadt gewährten 15 Minuten zu kurz, um mal eben zur Bank zu gehen.

In Schreiben an den Bürgermeister wird gar die Rücknahme der Gebührenerhöhung sowie die Schaffung von zusätzlichem freiem Parkraum gefordert. Die erhofften Mehreinnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung sollen helfen, das Finanzproblem der Stadt zu mildern. So argumentiert die Verwaltung und hat damit auch die Lokalpolitiker überzeugt, die die neue Satzung verabschiedeten.

Zwei Absender der Schreiben an den Bürgermeister meinen, dass die neuen Parkgebühren dazu führen, dass „keiner mehr gerne oder freiwillig in Dinslaken einkaufen geht“. Die Einzelhändler in der Fußgängerzone sowie die Geschäfte der Neutor-Galerie würden sehr in Mitleidenschaft gezogen werden.

„Ich bin alt und wenn ich bei der Sparkasse zu tun habe, vielleicht warten muss, weil mehrere Kunden Geld holen wollen - und danach bei der Post Briefmarken holen möchte -, dann reicht die Zeit von 15 Minuten nicht, um diese notwendigen Erledigungen zu bewerkstelligen“, fasst Annemarie Möbs in einem Schreiben an die Redaktion ihre Kritik an der neuen Brötchentasten-Regelung zusammen. Es gebe immer mehr alte Menschen, die nicht mal eben von hier nach dort springen können, so Annemarie Möbs.

Das Parken in der Innenstadt (Zone eins) wird nach dem Um-stellen der Technik pro halbe Stunde um 20 Cent teurer und dann kostet das Parken 70 Cent. Ab der dritten Stunde werden 80 Cent pro 30 Minuten verlangt. Gleichzeitig wird das gebührenpflichtige Parken um eine Stunde bis 18 Uhr verlängert. Samstags muss bis 14 Uhr bezahlt werden. In der Zone zwei, außerhalb der City, kostet die halbe Stunde 60 Cent. Hier bleibt es nach Betätigen der Brötchentaste beim freien Parken von 30 Minuten.

Die Stadtverwaltung Dinslaken verspricht sich Mehreinnahmen von jährlich mindestens 150 000 Euro und dadurch eine Entlastung des strapazierten Etats. Allerdings erhöhe sich auch der Kontrollaufwand.

Die Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung lagen im Jahr 2012 bei 850 064 Euro, ein Jahr später flossen so 819 713 Euro in die Stadtkasse. Im vergangenen Jahr verbuchte die Stadtkasse Einnahmen in Höhe von 907 922 Euro. Die letzte Erhöhung der Parkgebühren trat am 1. Januar 2011 in Kraft.