Dinslaken: Musikalischer Höhenflug

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Mitglieder der Duisburger Philharmoniker und „Jugend musiziert“-Preisträger der Musikschule Wesel beeindruckten das Publikum im Benefizkonzert für das Sozialprojekt der Klasse 9 der Freien Waldorfschule.

Dinslaken..  Erlesene Klänge in der Aula der Freien Waldorfschule. Mitglieder der Duisburger Philharmoniker und „Jugend musiziert“-Preisträger beeindruckten mit einem anspruchsvollen Programm aus drei Jahrhunderten. Ermöglicht wurde der Abend durch das ansteckende Engagement von Kadra Dreizehnter. Als Schülerin der 9. Klasse der Freien Waldorfschule wird sie im Mai mithelfen, in Moldawien ein zerstörtes Ferienlager wieder aufzubauen. Doch zuvor bat die Schülerin aus musikalischer Familie ihr Umfeld um die Mitwirkung an einem Benefizkonzert zugunsten des Sozialprojektes „Vom Leben lernen“. Wenn dann der Vater noch erster Flötist der Duisburger Philharmoniker ist, steht einem hochkarätigen Abend nichts im Weg.

Christian Bachs Quartett in G- Dur, op. 19, Nr. 3 für Flöte, Violine, Viola und Violoncello: Mozart lernte als Kind den Bach-Sohn in London schätzen. Stephan Dreizehnter spielt den Flötenpart mit äußerst feinem Ton, die Musik atmet voller heiterer Leichtigkeit. Der Eindruck, den solche Klänge auf den kleinen Mozart machten, scheint ein Leben lang nachgewirkt zu haben.

Kadras Schwester Naima spielt Cello. Im Duett mit der Duisburger Philharmonikerin Anja Schröder übernahm sie die Unterstimme, bevor sie den Solopart dreier Stücke op. 7 von Carla Faisst (1872 - 1948) interpretierte. Die Komponistin teilt das Schicksal vieler Frauen, die nur aufgrund ihres Geschlechtes von der Musikgeschichte fast vergessen sind. Wie die Farben einer LED-Kugel ändern sich thematisches Material und Atmosphäre im technisch wie ästhetisch hervorragenden Adagio consolante.

„Man muss sich mögen“, beschreibt Kadra die Voraussetzungen für Tomislav Baynovs Metrorhythmia 1 für Klavier zu sechs Händen. Und man muss das Instrument beherrschen, um die klangliche Dichte und Komplexität der rhythmischen Figuren hörbar zu machen. Ein Highlight wie Heitor Villa-Lobos „The Jet Whistle“, in dem Violoncello und Querflöte zu wahren Höhenflügen ansetzen.

Mendelssohns Andante con variationi B-Dur und Maurice Ravels Märchen-Miniaturen „Ma Mere l’Oye“ für Klavier zu vier Händen verzauberten, bevor mit Borodins Streichsextett in d-Moll und einem moldawischen Volkslied alle Beteiligten das geographische Ziel des Sozialprojektes musikalisch erreichten und das Publikum tief bewegt in der Aula zurückließen.