Dinslaken: Mieter richten Konto ein

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Was wir bereits wissen
Die Bewohner haben eine Notgemeinschaft gegründet und zahlen für Rückstände des Vermieters, damit die Heizung warm bleibt.

Dinslaken..  Die Mieter des Edeka-Komplexes an der Friedrich-Ebert-Straße 55/57, 59, 63 und Wallstraße 33, 35 und 37 haben eine Notgemeinschaft gegründet, um zu verhindern, dass in ihren Wohnungen ab dem 20. Februar die Heizung kalt bleibt. Wie berichtet, droht ihnen die Sperrung der Wärmelieferung, weil der Eigentümer des Gebäudekomplexes, in dem rund 30 Mietparteien wohnen, die Abschläge an die Fernwärmeversorgung Niederrhein seit Oktober 2014 nicht mehr gezahlt hat. Die Leidtragenden sind nun die Mieter.

Auf Anraten eines Anwalts und nach Rücksprache mit der Fernwärmeversorgung Niederrhein richten die Bewohner der Häuser ein Sonderkonto ein und zahlen ihre Miete für März und die Nebenkosten darauf ein, anstatt sie an den Vermieter zu überweisen. Von diesem Konto kann dann der Zahlungsrückstand beim Versorger und der laufende Abschlag für März beglichen werden. Wenn eine von den Mietern unterschriebene Erklärung, in der die Bewohner sich mit diesem Vorgehen einverstanden erklären, bis zum 18. Februar bei der Fernwärmeversorgung vorliegt, wird die Wärmelieferung fortgesetzt. Zu dem Zahlungsrückstand des Vermieters in Höhe von 4479 Euro kommt noch eine Nachforderung aus der Jahresabrechnung für 2014 in Höhe von mehr als 8000 Euro. Mieterin Delia Kirchhoff sammelt die Unterschriften bei den Nachbarn und ist froh, dass unter den Parteien, die sich zum Teil untereinander zuvor gar nicht kannten, ein guter Zusammenhalt herrscht.

Wie berichtet, wurde der Gebäudekomplex inzwischen an die Firma Rewa-Projektmanagement GmbH aus Wesel verkauft. Der Eigentumsübergang ist für den 1. April vorgesehen. Falls der Termin nicht eingehalten werden kann, werden die Mieter auch die April-Miete auf das Sonderkonto überweisen.