Dinslaken: Kreis will Realschul-Gelände

Das Arela der einstigen Jeanette-Wolff-Realschule ist als Erweiterungsstandort für das Berufskolleg im Gespräch.
Das Arela der einstigen Jeanette-Wolff-Realschule ist als Erweiterungsstandort für das Berufskolleg im Gespräch.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Ein Gutachten empfiehlt den Erwerb des JWR-Areals für das Berufskolleg.

Dinslaken..  Im Sommer ziehen die letzten Realschüler aus dem Gebäude der Jeanette-Wolff-Realschule (JWR) aus und wechseln zum Hiesfelder GHZ. Im Schuljahr 2015/16 wird die Gartenschule für etwa ein Jahr dort einziehen, weil das Grundschulgebäude umfangreich saniert wird. Was danach mit der Immobilie an der Wiesenstraße passiert, ist seitens der Stadt noch nicht endgültig entschieden. Es gibt aber Pläne: Der Kreis Wesel, Schulträger des Dinslakener Berufskollegs, hat Interesse, das Realschul-Areal zu kaufen und an der Wiesenstraße beide Standorte des Berufskollegs zu zentralisieren.

Damit könnte ein seit langem diskutierter Plan Realität werden – und auch auf die Raumnot wäre eine Antwort gefunden. Ein Gutachten des Planungsbüros kplan hält die Zusammenlegung in der Stadtmitte für realisierbar. Derzeit müssen pro Woche rund 800 Schüler des Berufskollegs zwischen der Wiesenstraße und der 1,2 km entfernten Konrad-Adenauer-Straße pendeln, ebenso die Lehrer. Aufgrund der Raumnot der Schule mit 2700 Schülern werden diese zurzeit im „Schichtbetrieb“ unterrichtet: Für einige Klassen beginnt der Unterricht erst, wenn andere nach Hause gehen.

Laut Gutachten ist die Wiesenstraße ein geeigneter Zentralstandort. Dort befindet sich bereits das größere Hauptgebäude mit wichtiger Infrastruktur wie den Werkstätten, dem größten Teil der Verwaltung, Veranstaltungsräumen und einer Sporthalle, die vom Kreis und der Stadt Dinslaken gemeinsam betrieben wird. Zudem ist die Wiesenstraße mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

Das Büro geht davon aus, dass die Schule 70 bis 75 Unterrichtsräume benötigt. 60 davon könnten am Hauptstandort bereitgestellt werden. Um den weiteren Raumbedarf zu decken, empfiehlt das Gutachten das Grundstück der JWR.

Stadt signalisiert Bereitschaft

Da das Gebäude stark sanierungsbedürftig und in seiner jetzigen Form nicht geeignet für das Berufskolleg ist (z.B. keine Selbstlernzonen, keine Gruppen- und Differenzierungsräume), wird ein Neu- bzw. Anbau an das Berufskolleg als Lösung gesehen: „Der Ankauf (...) böte genug Raum für eine kompakte Erweiterung des Berufskollegs, eine neue Sporthalle und genug Parkraum für Lehrer.“ Die Stadt Dinslaken hat Bereitschaft zum Verkauf signalisiert, bestätigt Stadtsprecher Horst Dickhäuser.

Die Kosten für einen Neubau, der die Raumsituation verbessert, werden – bei Verzicht auf eine Optimierung des Bestandsgebäudes – auf 16 bis 20 Mio. Euro geschätzt. Das Büro kplan empfiehlt, auch die Umgestaltung des Altgebäudes des Berufskollegs (u.a. aufgrund ohnehin anstehender Anpassungsmaßnahmen) zu überlegen. Das würde die Kosten auf 22 bis 26 Mio. Euro erhöhen. Für eine exakte Kostenermittlung müsste eine raumscharfe Planung auf Basis eines pädagogischen Gesamtkonzepts erstellt werden. Die Kosten für eine Zusammenlegung an der Konrad-Adenauer-Straße werden dagegen auf 36 bis 40 Mio. Euro geschätzt.

Uwe Neumann, Leiter des Berufskollegs, hofft, dass die Chance der schon lange geplanten Zentralisierung des Berufskollegs genutzt wird: „Das würde unsere Arbeit sehr erleichtern“. Wegen der guten Erreichbarkeit und auch, weil das Berufskolleg schon lange Bestandteil der Innenstadt ist, hält er den Standort Wiesenstraße für geeignet.

Thema im Schulausschuss des Kreises Wesel

Der Schulausschuss des Kreises Wesel befasst sich am 25. Februar mit dem Thema, abschließend entscheidet der Kreistag am 26. März, ob das Szenario der Zusammenlegung des Berufskollegs an der Wiesenstraße konkretisiert wird. In diesem Fall soll eine Zentralisierung an der Konrad-Adenauer-Straße nicht weiter verfolgt werden.

Sollte die Kreispolitik der Empfehlung des Büros kplan folgen, werden die Planungen bis zur dritten Sitzungsfolge 2015 vertieft und sollen als Grundlage einer Entscheidung dienen.