Dinslaken: Kohle, Kraft und Kaffee

Der Wasserturm am Bergpark-Weiher wird von Lohbergern zum Café und Infopunkt ausgebaut.Foto:Heiko Kempken
Der Wasserturm am Bergpark-Weiher wird von Lohbergern zum Café und Infopunkt ausgebaut.Foto:Heiko Kempken
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Wenn am Samstag die „Choreographie einer Landschaft“ eröffnet wird, soll dauerhaft Leben in das neue Areal einkehren. Dies ist die Idee hinter den Projekten von Jeanne van Heeswijk und Martin Kaltwasser

Dinslaken..  Erst wurde die Zeche in Lohberg zum Park und nun entstehen im Grünen rund um den Weiher neue Werke. Am Samstag nehmen das „Kraftwerk“ und das „Parkwerk“ ihren Betrieb auf. Beides Projekte, die Stadtteil und Park zusammen wachsen lassen, für die sich Lohberger engagieren und die ihnen auch berufliche Perspektiven geben sollen. Und es sind beides Projekte, die für eine neue Form sozialer Kunst stehen. Sie sind Teil der „Choreographie einer Landschaft“, die am Samstag, 6. Juni, um 15 Uhr eröffnet wird.

Dazu gehört auch der „Hase“ von Thomas Schütte auf dem Rundeindicker. „Schütte hat das Neue wie aus dem Hut in den Park gezaubert“, so „Choreographie“-Kurator Markus Ambach. Mehrfach war der renommierte Künstler in Lohberg, um den Fortschritt der - von städtischer Seite aus noch nicht ganz abgeschlossenen - Aufstellung zu begleiten. An der Eröffnung am Samstag kann er wegen Auslandsterminen nicht teilnehmen.

Dafür werden die Aktiven vom Parkwerk wohl vollständig für die Besucher im Bergpark da sein. In vielen Workshops mit Designern und der Universität Eindhoven haben Jeanne van Heeswijk und Britt Jürgensen einen Verein ins Leben gerufen. Die Ideen stammen von Lohbergern selbst, das Konzept hat das Potenzial einer echten Bereicherung für den Stadtteil.

Die Arbeit rund um den alten Wasserturm am Bergweiher wurde gestern nur für das Pressegespräch kurz unterbrochen: Am Samstag soll hier ein neuer Kiosk den Betrieb aufnehmen, in dem es nicht nur für Radfahrer und andere Lohberg-Besucher Infomaterial gibt, sondern auch Kaffee und Snacks zum Verweilen unter der historischen Dachkonstruktion oder auf der neuen Terrasse einladen. „Man soll sich hier wohlfühlen“, sagt Büsra Sevinc. Sie stellte das „Parkwerk“-Konzept vor, das den Wasserturm zu einem Ort der Begegnung und der Kommunikation für Lohberger und Besucher macht - und, ganz praktisch, auch öffentliche Toiletten vorsieht.

Botschafter des Parkwerks und des ganzen Stadtteils werden dabei die fünf neuen Stadtteilführer sein, die Stadtteilführerin Anja Sommer gemeinsam mit Britt Jürgensen ausbildete. Sie bieten am Samstag eine erste gemeinsame Tour an.

Dass die Angebote des Parkwerks vom ersten Tag an kostenpflichtig sind, hat übrigens einen einfachen Grund: Der Verein soll sich binnen zwei Jahren zum gemeinnützigen Tourismusunternehmen mit festen Arbeitsplätzen entwickelt haben, das sich selber trägt. „Das ist keine Utopie“, so van Heeswijk. „Ich habe Erfahrung in solchen Projekten“.

Als „einmalig“ preist dagegen Martin Kaltwasser das „Kraftwerk“ im Park an. Hier wird Energie dadurch gewonnen, dass Menschen in die Pedale treten. Als solches sei dies schon weit verbreitet, aber nur hier gebe es dafür ein nur für diesen Zweck errichtetes Gebäude.

Also alles neu im Park? Unter einer Parkbank halb versteckt liegt Jacobs Koldings Kohlestück. Und hockt man sich vor ihm hin, sieht man als Hintergrund dieses Anblicks den Zechenturm. So fügen Alt und Neu zusammen.