Dinslaken knüpft Saerbecker Netz

Dinslaken..  Fernwärme, Kraft-Wärme-Kopplung, Erdsondenspeicher - Saerbeck im Kreis Steinfurt geht im Bereich Klimaschutz innovative Wege. Jetzt hat sich die Gemeinde die Fernwärmeversorgung Niederrhein (FN) als Partner geholt.

Die Gemeinde Saerbeck und die FN planen ein gemeinsames Fernwärmenetz in der 7150-Einwohner-Gemeinde. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde im Februar zwischen beiden Partnern geschlossen. Seit März stellt eine Projektgruppe aus Gemeinde und FN die Umsetzung des Projektes fest.

Saerbeck gehört wie Bad Laasphe zu den sechs Siegerinnen des KWK-Modellkommunen NRW-Wettbewerbs 2014. Und hier konnte sich die FN wie in Bad Laasphe gegen eine Vielzahl namhafter Bewerber durchsetzen, die Projekte für den Aufbau eines Fernwärmenetzes und der Erzeugung von Wärme und Strom durch Kraft-Wärme-Kopplung gemeinsam mit den Kommunen voranzutreiben.

Saerbeck ist NRW-Klimakommune und Trägerin unter anderem des European Energy Award. Die Gemeinde steht aktuell auf Platz 1 in der Landeswertung der Solar-Bundesliga und ist somit ein Musterbeispiel für die Umsetzung klimafreundlicher Energiekonzepte. Sieben Windräder umgeben den Biopark, ein ehemaliges Militärgelände, dessen Bunker und Baracken mit Solarpaneelen bedeckt sind und auf dem in einer Vergärungsanlage Methan aus Biomasse aus dem Umland gewonnen wird.

Der Biopark produziert derzeit rein rechnerisch 211 Prozent des Saerbecker Strombedarfs. Doch das geht der Gemeinde noch nicht weit genug. Weitere acht Windräder sind geplant. Und da aus Wind und Sonne nicht gleichmäßig Strom gewonnen wird, plant Saerbeck mittels Kraft-Wärme-Kopplung gleich zwei Schnäppchen zu schlagen: 62 Prozent der Gemeindefläche sollen für das Fernwärmenetz erschlossen werden.

Die Pläne für die Fernwärmeversorgung Saerbecks sehen voraussichtlich zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) mit einer Gesamtleistung von ca. 1500 Kilowatt thermisch und 1500 Kilowatt elektrisch vor. Und diese geplanten BHKW produzieren nicht nur Wärme, sondern liefern auch gleichmäßig und verlässlich Strom. Der Gesamtanschlusswert liegt bei 13 Megawatt, die Netzlänge bei rund 18 Kilometern. Die FN rechnet mit bis zu 660 Kunden im Endausbau (2020). Ein bereits bestehendes Nahwärmenetz soll mit eingebunden werden. Schließlich soll Saerbeck bereits 2018 im kommunalen Bereich eine ausgeglichene Energiebilanz aufweisen und bis 2030 vollständig aus regenerativen Energien und nachwachsenden Rohstoffen versorgt werden.