Dinslaken: Kameras am Altar

Foto: Heinz Kunkel
Was wir bereits wissen
Das ZDF überträgt den katholischen Gottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche.

Dinslaken.. „Es ist ein großes Ereignis für unsere Gemeinde und auch für die Stadt“, kommentiert Dechant Gregor Kauling die Fernseh-Liveübertragung des Sonntagsgottesdienstes aus der Hiesfelder Heilig-Geist-Kirche. Schon seit Jahren überträgt das ZDF am Sonntag jeweils eine Messe im Programm. Dieses Mal ist die Pfarrei Sankt Vincentius an der Reihe. „Ich wurde vor einem Jahr von Seiten des Bistums angesprochen, ob ich mir so etwas generell vorstellen könnte“, erklärt der leitende Seelsorger der Dinslakener Großgemeinde. Da er schon Erfahrungen mit einem Radio-Gottesdienst gesammelt hat, ging er positiv auf den Vorschlag ein.

Und dann nahm auch schon das ZDF mit ihm Kontakt auf. „Wir haben uns gemeinsam Kirchen vor Ort angeschaut“, erklärt Gregor Kauling. Die erste Wahl von seiner Seite war natürlich die Pfarrkirche Sankt Vincentius im Herzen der Innenstadt. „Am Ende hat sich das ZDF-Team in Absprache mit mir für die Heilig-Geist-Kirche entschieden“, berichtet der Dechant. „Ich nehme mal an, aus praktischen Gründen.“ Denn die modernere Architektur der Heilig-Geist-Kirche ermöglicht eine leichtere Kameraführung. Zudem müssen keine Niveauunterschiede ausgeglichen werden, wie sie in der Sankt-Vincentius-Kirche anzutreffen sind.

Und so wird am kommenden Sonntag die Heilig-Geist-Kirche im Fernsehen zu bewundern sein und natürlich der stattfindende Gottesdienst. „Es gibt viele ehrenamtliche Helfer aus allen Gemeinden. Wir wollten dafür sorgen, dass es ein Projekt der Pfarrei wird und nicht nur der Gemeinde Heilig Geist“, erklärt Gregor Kauling. So kommen nicht nur Messdiener und Helfer für den Aufbau der Technik aus allen Teilen der Pfarrei, sondern es wurde auch ein Chor mit rund 100 Sängern extra für diesen Anlass zusammengestellt.

Im Gottesdienst selbst ist alles minutiös geplant. „Es ist ein richtiges Drehbuch entstanden, in dem alles dokumentiert ist“, erklärt Gregor Kauling. Seine Predigt, die sich mit dem Thema der Barmherzigkeit beschäftigen wird, durfte nicht länger als fünf Minuten werden. „Ich bin zwar eigentlich niemand, der lange predigt, aber das ist mir schon schwergefallen“, sagt der Seelsorger. Auch Lesungen, die Auftritte des Chores und rituelle Handlungen sind zeitlich durchgeplant.

Das ist sicherlich mit einigen Einschränkungen in der Gestaltung der Messe verbunden, doch für Gregor Kauling lohnt sich der Aufwand. „Das Ganze ist auch ein caritativer Dienst für die Menschen vor den Fernsehschirmen“, erklärt der Seelsorger. Denn viele Menschen können aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr regelmäßig zur Kirche kommen. „Ich denke, diese Angebote werden in Zukunft noch stärker angenommen“, sagt er. Am Sonntag werden wohl zwischen 800 000 und 1,2 Millionen Fernsehzuschauer den Gottesdienst in Hiesfeld sehen.

Wer bei dem Gottesdienst dabei sein möchte, sollte allerdings eine halbe Stunde vor Beginn der Messe in der Kirche sein. „Dann können die Plätze in Ruhe eingenommen werden und das Fernsehteam hat noch einmal die Möglichkeit, einige Anmerkungen zu machen“, erklärt der Seelsorger diese Bitte an die Gottesdienstbesucher. Er hofft, dass viele Gläubige am Sonntag ihren Weg in die Kirche finden.

Die Vorabendmesse findet am Samstag um 17.30 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche statt. „Das ist quasi die Generalprobe für den Sonntag“, erklärt Dechant Gregor Kauling.