Dinslaken: Investor für Technisches Rathaus gesucht

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Dinslaken..  Planungsdezernent Dr. Thomas Palotz erhöht den Druck. Da in vier Jahren der Mietvertrag für das Technische Rathaus an der Hünxer Straße ausläuft, soll zeitnah ein Investor für einen Neubaukomplex auf dem Gelände der ehemaligen Feuerwache in der Stadtmitte gesucht werden. Die Bediensteten des Technischen Rathauses sollen dann dort einziehen, außerdem könnte es weitere Büroflächen und Arztpraxen geben. Auch der von Heidrun Grießer geplante Kino-Neubau könnte Bestandteil des Komplexes sein. Eile sieht die Stadtverwaltung deshalb, weil vom politischen Beschluss bis zur Fertigstellung eines solchen Gebäudes durchaus vier Jahre vergehen können.

Die SPD hatte seinerzeit die Stadtverwaltung beauftragt, nach einer Alternative für das Gebäude an der Hünxer Straße zu suchen. Denn die Miete dort ist sehr hoch, die Eigentümerin nur eingeschränkt verhandlungsbereit. Wenn die neue Miete ab 2019 rund die Hälfte der derzeitigen betrage, wäre man für einen Verbleib des technischen Rathauses an der Hünxer Straße, ansonsten sei der Neubau alternativlos, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Buchmann.

Nicht ganz so sieht das CDU-Fraktionsvorsitzender Heinz Wansing. Zwar sieht auch er bei einer Mietpreis-Anpassung eindeutig die Priorität bei einem Verbleib an der Hünxer Straße, weil die Lage gut und die Kombination mit den Stadtwerken für den Bürger auch nicht schlecht sei. Sollten die Mietverhandlungen mit der derzeitigen Eigentümerin aber nicht zum Erfolg führen, will die CDU alle Alternativen geprüft wissen. Hier gelte es, sowohl städtische Liegenschaften als auch andere miet- oder kaufbare Privatobjekte einzubeziehen. Für die CDU stellt sich außerdem die Frage, ob ein Technisches Rathaus im Falle eines Neubaus in so zentraler (und damit teurer) Lage untergebracht werden muss. „Öffentliche Gebäude können ihren Zweck genau so gut in jeder anderen Lage erfüllen“, so Heinz Wansing.

Eine Alternative bringt die UBV ins Spiel. Sie will prüfen lassen, inwieweit sich der Umbau des Tribünenhauses an der Trabrennbahn für die Unterbringung des Technischen Rathauses eignet. Das Tribünenhaus gehört der Stadt, wird seit Jahren nicht mehr vom Trabrennverein genutzt, die Substanz soll gut sein. „Es liegt die Vermutung nahe, dass ein Umbau bei weitem nicht den Kostenrahmen erreicht, der für einen Neubau aufzubringen wäre“, argumentiert die UBV. Für einen Neubau auf dem Areal der ehemaligen Feuerwache, in den man dann das Technische Rathaus langfristig einmieten könnte, müsste Dr. Thomas Palotz also noch Überzeugungsarbeit leisten. Bei „seiner“ CDU ist das Technische Rathaus übrigens nicht die einzige „Baustelle“ dieser Art. Auch beim Plan, einen neuen, zentralen Betriebshof auf dem Lohberger Zechengelände anzusiedeln, verweigern die Christdemokraten dem von ihnen vorgeschlagenen Dezernenten die Gefolgschaft. Die Argumente sind im Kern die gleichen wie beim technischen Rathaus: Die CDU sieht mögliche Alternativen nicht ausreichend geprüft, ahnt, dass man an anderer Stelle oder mit anderem Konzept preiswerter fahren könnte.

Kino-Pläne unberührt

Von den Diskussionen um das Technische Rathaus bislang unberührt zeigt sich Heidrun Grießer. Nach wie vor plane man, auf dem Gelände der ehemaligen Feuerwache ein neues Kino mit sechs Sälen zu bauen. Nach Gesprächen in den vergangenen Tagen sei man sehr zuversichtlich, das Vorhaben schon in Kürze in trockenen Tüchern zu haben, so Grießer auf NRZ-Anfrage.