Dinslaken: Haus Stapp weicht Neubauten

Die Arbeiten am Haus Stapp haben begonnen. Die Traditionsgaststätte wird bald Neubauten weichen.
Die Arbeiten am Haus Stapp haben begonnen. Die Traditionsgaststätte wird bald Neubauten weichen.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Die Arbeiten zum bevorstehenden Abriss des Gebäudes haben begonnen. Bis Mitte 2016 sollen zwei Mehrfamilienhäuser auf dem Gelände entstehen.

Dinslaken..  Noch verkündet der Dachgiebel stolz das Baujahr von Haus Stapp: „1907“ steht da, rosa umrahmt. Doch auch damit ist in den nächsten Tagen Schluss: Haus Stapp wird abgerissen. Das Mobiliar ist bereits zerlegt - ein großer Berg Holz liegt dort, wo früher der Biergarten war. Die Wirtschaft schloss schon im Herbst. An ihrer Stelle sollen bis Mitte 2016 zwei mehrstöckige Wohngebäude entstehen: eines mit neun Eigentums- ein weiteres mit sieben Mietwohnungen.

„Wohnen am Rhein“

Abgerissen wird nur der Altbau - der Küchentrakt, in dem sich auch Wohnungen befinden, soll stehen bleiben. Die Eigentumswohnungen vermarktet die Husmann Bauträger GmbH aus Hiesfeld schon jetzt unter dem Titel „Wohnen am Rhein“. Das Haus verfügt über einen Aufzug, die Wohnungen sind teils barrierefrei, zwischen 63 und 138 Quadratmeter groß und kosten zwischen 165 000 und 399 000 Euro. Auch ist es möglich, jeweils zwei Wohneinheiten zu einer zusammenzulegen - die dann 166 bzw. 179 Quadratmeter messen würden, mit einem Balkon von 35 Quadratmetern.

Die höher gelegenen Wohnungen im Obergeschoss und Dachgeschoss werden teilweise Rheinblick haben, die Wohnung im Erdgeschoss erhält einen Gartenanteil zur eigenen Nutzung. Die Dachgeschosswohnungen gehen über zwei Etagen - teils mit Aufzug. Eine ist bereits verkauft, die andere reserviert. Auch eine Wohnung im Obergeschoss hat bereits einen Käufer gefunden.

Teilweise befinden sich Garagen im Haus, außerdem entsteht hinter dem Haus ein Garagenhof mit Zufahrt über einen Privatweg. Auch eine Spielfläche ist vorgesehen.

Der Bauträger wirbt vor allem mit der „sehr attraktiven Lage“ in unmittelbarer Rheinnähe sowie in Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet Rheinaue und zur Emschermündung, die bis 2020 renaturiert werden soll.

Erich Brinkmann, dessen Familie seit gut 140 Jahren als Gastwirte in Eppinghoven ansässig ist, hatte keinen Nachfolger für die Traditionsgaststätte gefunden. Zudem gab es Probleme mit Bergschäden, eine Sanierung habe sich nicht gelohnt.

Viele Dinslakener bedauern den Abriss des Traditionshauses. Viele haben bereits in ihrer Kindheit am Stapp Hähnchen gegessen – und kamen nun, als Erwachsene, mit den eigenen Kindern auf Radtouren am Stapp vorbei.

Früher stieg hier die Hahnekirmes, in den 50ern gab es Tanzabende. Bis zu den 70er Jahren, als der Deich erhöht wurde, konnten die Gäste vom Biergarten aus sogar den Rheinblick genießen - so, wie ein Teil der künftigen Bewohner auch.