„Dinslaken hat einen neuen Magneten“

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Vertreter des Einzelhandelverbandes sehen die Entwicklung in Dinslaken positiv. Beim Jahrespressegespräch hieß es, mit der Eröffnung der Neutor-Galerie habe Dinslaken „einen neuen innerstädtischen Magneten“ bekommen.

Dinslaken..  Vertreter des Einzelhandelverbandes sehen die Entwicklung in Dinslaken positiv. Beim Jahrespressegespräch hieß es, mit der Eröffnung der Neutor-Galerie habe Dinslaken „einen neuen innerstädtischen Magneten“ bekommen. Mit dem Einkaufszentrum und einem engagierten Centermanagement, das sich in die gesamtstädtische Marketingstrategie einbringt, werden auch die Einzelhändler der City von diesem Center partizipieren, ist Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, überzeugt. „Die Kaufkraft ist da. Sie muss nur vor Ort gebunden werden“, erklärte Bommann.

Insgesamt kommen seit der Eröffnung der Galerie mehr Kunden nach Dinslaken. Die Zahl der zurzeit leer stehenden Ladenlokale schrecke ihn nicht. In anderen Orten sei es üblich, dass fünf bis zehn Prozent der Geschäfte leer stehen würden. Es sei noch zu früh, um abschätzen zu können, ob und wie die Händler der Neustraße von der Galerie profitieren. Alfred Walzer, Vorstandsvorsitzender des Einzelhandelsverbandes, verweist darauf, dass viele Geschäfte der Neustraße Stammkunden hätten, die nicht einfach wechseln würden.

Wichtig für die Dinslakener Innenstadt seien aus Sicht des Einzelhandelsverbandes die 400 Parkplätze, die durch die Neutor-Galerie geschaffen worden sind. Mit Blick auf den Verkehr meint Wilhelm Bommann, dass das Vorhalten eines Park-Leit-System zum Pflichtpaket gehöre. Es wäre nicht nur ein Orientierungsvorteil, sondern es könnten unnötige Park-Such-Verkehre vermieden werden.

Durch die Neutor-Galerie habe sich der Einzelhandel schon stark geändert. Weitere Veränderungen würden kommen, so die Experten des Einzelhandelsverbandes und meinen damit den Internethandel und das Angebot von kostenlosen Internetzugängen in der Innenstadt.

„Viele Umsätze werden heute über das Internet abgewickelt und führen dazu, dass insbesondere der Fachhandel an Marktanteilen verloren hat“, so Wilhelm Bommann. Da dieser im hohen Maße personalintensiv sei, würden auf Dauer negative Beschäftigungseffekte nicht ausbleiben, fügte er hinzu. Jeder Internetkäufer müsse sich bewusst sein, dass der Fachhandel zusätzlichen Service anbieten würde und diese Leistung sich zum Teil auch im Preis widerspiegelt. Dennoch müssen die Händler reagieren. „Viele haben das Thema Internethandel falsch eingeschätzt“, meint Alfred Walzer. Die Einzelhändler müssten für sich prüfen, ob der Handel über das Internet zur eigenen Ergebnisverbesserung beitragen könne.

Es müsse aber auch darum gehen, den Kunden das Einkaufen in den Innenstädten schmackhaft zu machen, so dass sie den Einkauf in einem Geschäft der Internetbestellung vorziehen. Pflicht werde es für Innenstadt-Händler sein, für ein für Kunden kostenloses WLAN zu sorgen. Dann hätte man die Chance, die Kunden zu halten. „Der Einzelhandel befindet sich im größten Strukturwandel seit Einführung der Selbstbedienung“, lautet das Fazit der Experten.

Die Händler seien zwar überzeugt, dass einheitliche Öffnungszeiten am Standort wichtig bzw. sehr wichtig sind. Das Beispiel Dinslaken zeigt aber, dass es schwierig ist, sie durchzusetzen und langfristig einzuhalten. Nach der Eröffnung der Galerie gab es den Appell der Werbegemeinschaft, sich den Öffnungszeiten der Galerie anzupassen. Wie es jüngst im Wirtschaftsförderungsausschuss hieß, ruderten einige Geschäftsinhaber schon wieder zurück.

Die Einzelhändler am Niederrhein gehen laut Einzelhandelsverband „verhalten optimistisch“ ins Jahr 2015. Sie erwarten, „dass das verfügbare Einkommen nicht durch weitere Steuern und kommunale Abgaben abschöpft wird“, sagte Alfred Walzer. Nach Angaben des Einzelhandelsverbandes verfügen die Dinslakener über eine Kaufkraft in Höhe von 395,5 Millionen Euro. Der Umsatz des Dinslakener Einzelhandels wird mit 313,6 Millionen Euro angegeben. Das heißt, sehr viel Geld geben die Dinslakener in anderen Städten oder beim Internethandel aus.