Dinslaken: Grundschul-Planungen prüfen

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Was wir bereits wissen
In der Innenstadt reicht die Zahl der Eingangsklassen nicht aus, stellt der Arbeitskreis der Schulleiter fest. Die Inklusion senkt die Kapazitäten zusätzlich.

Dinslaken..  Eigentlich sollten die Eltern der zukünftigen Erstklässler schon Ende Januar die Aufnahmebestätigung der Grundschule in der Hand halten. Doch weil das Anmeldeverhalten der Eltern nicht der städtischen Bedarfsplanung entspricht, konnten noch keine endgültigen Aufnahmeentscheidungen getroffen werden. Das sorgt bei den Eltern, aber auch in den Schulen selbst für Unruhe: Die Planungen für die Primarschulen müssen noch einmal auf den Prüfstand, stellt der Arbeitskreis der Dinslakener Schulleiter nach dem diesjährigen Anmeldeverfahren fest. Auch vor dem Hintergrund der Inklusion und der steigenden Zahl der Flüchtlingskinder fordern die Schulleiter Nachbesserungen. Dabei hoffen sie auf die Unterstützung der Politik. Gestern hatte der Arbeitskreis die schulpolitischen Sprecher der Fraktionen eingeladen, um ihnen die aktuellen Probleme zu schildern.

Im Herbst hat der Rat die Zügigkeiten der Grundschulen festgelegt. Im Bezirk Innenstadt sollen Gartenschule, Hagenschule und Averbruchschule künftig - wie die meisten Dinslakener Grundschulen - jeweils zwei Eingangsklassen bilden. Das reiche für den Bezirk jedoch nicht aus, stellten die Schulleiter fest.

Ressourcen fehlen

Eltern müssten auf weiter entfernte Schulen ausweichen. Acht Eingangsklassen für den Innenstadtbereich halten sie für angemessen. Verstärkt wird das Problem durch die Inklusion: Nimmt eine Schule ein Kind mit Behinderung auf, reduziert sich die Klassenstärke - und damit die Aufnahmekapazität. Damit drohen weitere Abweisungen - aktuell stellt sich das Problem zum Beispiel an der Hagenschule.

Neben der freien Schulwahl durch die Aufhebung der Schulbezirksgrenzen und der Inklusion gibt es noch einen weiteren Faktor, der die Planungen für die Grundschulen schwierig macht: Die steigende Zahl der Flüchtlingskinder. 22 Seiteneinsteiger aus der Fliehburg werden aktuell an der Averbruchschule unterrichtet - ohne ausreichende personelle, finanzielle und räumliche Ressourcen, wie die Schulleiter feststellen. Die Prognosen und die Notwendigkeiten, die sich aus der Inklusion und der Beschulung der Seiteneinsteiger ergeben, müssten angepasst werden, fordert der Arbeitskreis. Und da drängt angesichts der bereits beschlossenen Schulsanierungen die Zeit. Auch regen die Schulleiter an, über eine externe Schulentwicklungsplanung nachzudenken.

Anregungen diskutieren

Michael van Meerbeck (CDU), Volker Grans und Helmut Weinreich(SPD) sagten zu, die Anregungen der Schulleiter aufzugreifen, betonten jedoch auch, dass nicht alle Aufgaben Sache der Kommunen seien und die städtische Haushaltslage derzeit wenig Spielraum lasse. Mit Blick auf die Aufnahmekapazitäten meinte Michael van Meerbeck: „Wir müssen die richtige Struktur finden“, gab jedoch zu bedenken, dass mehr Kapazität für die eine Schule das Aus für eine andere bedeuten könnte. Das erklärte Ziel sei jedoch gewesen, alle Grundschulen zu erhalten. „Wir müssen gemeinsam überlegen, wohin die Reise geht“, meinte auch Volker Grans. Schule, Jugend und Kindergärten hätten in der Dinslakener Politik jedoch immer einen hohen Stellenwert.